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Spawn: Armageddon

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Das Spiel ist allerdings trotzdem schwer, weil es auf ein altbewährtes Mittel zurückgreift, das schon Turok: Evolution geschickt einzusetzen vermochte: unfair sein. Nicht nur, dass die Gegner so zäh sind wie die Müsli-Riegel in der Kinder-Country-Werbung, sie hauen alle auch noch gleichzeitig auf einen ein. Dank der Unübersichtlichkeit, die die geliebte Kamera an den Tag bringt, ergibt das ein ziemlich diffuses Feld an Mängeln. Flächendeckend quasi.

Höllisch schlechte Technik
Grafisch ist Spawn: Armageddon eine Zumutung und verursacht bei sensiblen Menschen eher höllische Schmerzen und Augenkrebs als kindliches Entzücken. In den Levels ergraut es einem im wahrsten Sinne des Wortes, denn andere Farben kannten die Designer beim Entwickeln wahrscheinlich nicht. Die Texturen scheinen zudem alle irgendwo schon mal da gewesen zu sein und tatsächlich: Geht man ein Level zurück, findet man dort die selben Texturen. Und einen Level weiter auch. Und im nächsten sowieso. Die einzige grafische Abwechslung wird geboten, wenn Spawn sich in der Raumstation der Engel wiederfindet oder in die Hölle hinabsteigt und es einem von da an ergelbt. Lava hier, Lava da, gemischt mit ein bisschen rot – so soll also die Hölle aussehen? Aber hallo, dann möchte ich nur noch böse sein und möglichst schnell sterben! Auch die anderen Settings, von denen man sich viel erwartet, sind grau und farbarm: Ob in den Lagerhäusern, in einem Geschäftsviertel, in der U-Bahn oder im Central Park, niemand sollte mit großen Erwartungen auf den nächsten Level warten, denn Überraschungen wird es nicht geben. Gepaart mit den lächerlich abgehakten Animationen Spawns und der Höllenkreaturen, zeigt sich das Spiel also präsentationstechnisch von seiner Höllenseite. Das trifft auch auf den düsteren Sound zu, der in jedem Level gleich daherkommt und sich nur dann verändert, wenn Gegner auf dem Bildschirm sichtbar werden. Immerhin gibt es da noch den auf der Verpackung angepriesenen Tophit von Marilyn Manson, „Use your fist and not your mouth“, welcher zumindest einen kleinen Hoffnungsschimmer darstellt, natürlich nur sofern man sich für diesen Musikstil begeistern kann.

FAZIT

Spawn: Armageddon bringt alles mit, was ein schlechtes Lizenz-Spiel ausmacht: Gameplay von einem anderen Stern, Technik aus der Hölle und eine Synchronisation, die einen im wahrsten Sinne des Wortes umhaut. Das Spiel ist eintönig, lahm und geht einem spätestens nach dem dritten Gebiet, das genauso aussieht, wie das davor, auf die Nerven. Keine Frage: Spawn: Armageddon ist ein Prügelspiel ohne Rätsel-Ambitionen oder sonstigem Schnickschnack, allerdings macht das auch in diesem Genre nicht viel her, da man ständig auf die selben, dümmlich animierten Gegner trifft. Den Vergleich mit Devil May Cry will ich an dieser Stelle nicht ziehen – das wäre nun wahrlich Gotteslästerung...
 
Daher für Einzelspieler schlecht.
 Autor:
Khesrau B.
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