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Sonic Gems Collection

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 Spiel-Infos: Sonic Gems Collection
Sonic Gems Collection Boxart Name: Sonic Gems Collection (PAL)
Entwickler: Sega
Publisher: Sega
Erhältlich seit: 30. September 2005
Genre: Genre-Mix
Spieler: 1-4
Features:
keine
Das waren doch noch Zeiten, als sich Videospieler ewig über Parallax Scrolling und die Anzahl der Sprites unterhalten konnten, als Nintendo in Japan und Kohl in Deutschland noch wie Könige herrschten (mehr oder weniger) und vor allem als Sega noch fest mit beiden Beinen auf der Konsolen-Erde stand. Für alle jene, die wieder in dieser Zeit schwelgen wollen oder gar diese Epoche in der ersten Hälfte der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts verpasst haben, legt Sega jetzt mit der Sonic Gems Collection nach der Sonic Mega Collection die zweite Spielsammlung rund um die klassischen Abenteuer des blauen Igels vor. Schauen wir mal, ob der Käufer wirklich einige Klassiker serviert bekommt, die diese Bezeichnung auch verdient haben und auch heute noch spielenswert sind.
 
Die Stars…
Auf der kleinen Disc befinden sich insgesamt elf Spiele, von denen drei eindeutig im Mittelpunkt stehen. Da wäre als erstes gleich ein Titel, bei dem altgediente Sega Fans Tränen in die Augen bekommen werden: Es handelt sich um das Beat'em Up „Sonic the Fighters“, welches im Jahre 1996 ausschließlich in japanischen Spielhallen veröffentlicht worden ist und bis zum heutigen Tage auch nur dort zu finden war, da eine geplante Umsetzung für den Sega Saturn letztendlich gecancelt wurde. Entwickelt hat das seltene Spektakel die Virtua Fighter Schmiede AM2, die für dieses Spiel auch gleich die Mechanismen ihrer hochgeschätzten Kampfspiel-Reihe reaktivierte. Dem Spieler stehen insgesamt acht Charakter zur Auswahl, darunter so illustere Gestalten wie natürlich Sonic, Tails, Amy oder Knuckles, aber auch vollkommen neue Typen wie Bark der Eisbär oder Bean die Ente. Die Grundsteuerung ist gewohnt simpel: Die Bewegung der Charaktere kann wahlweise mit dem Analogstick oder dem Steuerkreuz ausgeführt werden, wobei sich der Analogstick jedoch, wie in allen anderen Titeln dieser Sammlung auch, deutlich besser für die exakte Steuerung eignet, als das bekanntermaßen sehr kleine Steuerkreuz des GameCube Controllers. Mit den A und X Tasten werden die Schläge bzw. Tritte ausgeteilt, während jeder Charakter einen begrenzten Schutzschild durch Betätigung der B Taste aufbauen kann.
Wie gehabt stehen jedem Fighter eine stattliche Anzahl an Specialmoves zur Verfügung, die durch die korrekten Tastenkombinationen ausgelöst werden und dem Gegenüber mehr Schaden zufügen als die einfachen Standardattacken. Obwohl das Beat'em Up von Meistern des Genres entwickelt worden ist, merkt man dem Titel jederzeit an, dass er vornehmlich für unerfahrene Spieler konzipiert wurde, denn das Spielgeschehen läuft doch einen ganzen Zacken gemächlicher als bei vergleichbaren Werken ab, was zu großen Teilen mit der sehr trägen Steuerung von „Sonic the Fighters“ zusammenhängt. Auch der Umfang ist nicht bombastisch, denn neben dem kurzen Einspielermodus, steht nur noch ein kurzweiliger Zweispielermodus zur Auswahl. Grafisch gesehen gehörte das Spiel für damalige Verhältnisse zur Oberliga, denn die Figuren, ebenso wie die Stages, bestehen aus texturierten Polygonen. Heute können die eckigen Figuren natürlich niemanden mehr zu Begeisterungsstürmen hinreisen, dafür stahlen die Arenen durch ihre leuchtenden Farben noch durchaus einen gewissen Charme aus, während der Soundtrack leider recht schnell wieder in Vergessenheit gerät.

Das nächste Spiel der Sonic Gems Collection repräsentiert eindeutig das Prunkstück der gesamten Sammlung und wurde schon in der Sonic Mega Collection schmerzlich vermisst: Es handelt sich um „Sonic CD“, welches sich den Status, eines der besten Mega CD Spiele zu sein, wirklich verdient hat. Kurz zur Entstehungsgeschichte des 2D Jump'n'Runs: Während das Team um Yuji Naka gerade an Sonic 2 für das Mega Drive arbeitete, begann Sonic-Erfinder Naoto Ohshima parallel mit einem Team an „Sonic CD“ zu arbeiten, da Segas kostspieliges Mega CD unbedingt einen Flaggtitel benötigte. Das erklärt auch, warum Sonic noch das Aussehen aus seinem ersten Auftritt besitzt und von Fuchskumpel Tails jede Spur fehlt.
 Autor:
Oliver Sautner
Testbericht
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Leserwertung:
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