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Pikmin 2

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Die Umgebung sieht absolut fotorealistisch aus, der einzige Kritikpunkt in diesem Zusammenhang sind wieder die verschwommenen Texturen. Als  Krönung des ganzen können hier die Schätze angesehen werden, die aus uns wohlbekannten Haushaltgegenständen bestehen: Wer selbst die kleinsten Einstanzungen auf den Fischkonserven erkennen kann, wird nur den Hut vor dieser Detailverliebtheit ziehen können – teilweise enthält Pikmin 2 einige der bestaussehensten und detailgenausten nachgebildeten Gegenstände der Videospielgeschichte. Während bei den normalen tierischen Gegnern die durch die Gegend wuseln, schon einige Effekte zu sehen sind, dreht man bei den Endgegnern noch mal auf: Sehr runde Objekte, immer wieder beeindruckend gut aussehende (Explosions-)effekte und eine niemals einbrechende Framerate heben das Spiel deutlich über seinen Vorgänger. Die FMV Sequenzen sind technisch ohne Makel und ich kann jedem nur die Abspann FMVs empfehlen, der sich eine Vorstellung machen will, wie Nintendos Einstieg ins Filmgeschäft aussehen könnte. Wer behauptet, Nintendo habe verlernt, gute Grafiken auf dem Bildschirm zu zaubern, soll sich Pikmin 2 anschauen. Wie gewohnt wird man auch wieder von einem 60 Hz Modus verwöhnt, der das gelungene Gesamtbild abrundet.

…wie hört es sich an                                                         
 
Während eures Abenteuers werdet ihr die Trance-artige Musik gar nicht so stark bemerken, da sie sich eher im Hintergrund hält, dort aber wunderbar unterstützend wirkt und nicht anfängt zu nerven. In den Höhlen wird sie hingegen deutlich verspielter und „japanophiler“, was aber sehr gut passt, da der Naturaspekt dort sowieso in den Hintergrund tritt. Auch zeigt sich wieder deutlich Nintendos Liebe zu interaktiven Musiken: So ändert sich die Musik nicht nur wenn ihr zwischen den beiden Hauptfiguren wechselt, sondern auch wenn ein Gegner in der Nähe ist oder ein Gegenstand getragen wird.

Während
in den FMV Sequenzen eine Fantasiesprache gesprochen wird, hört man im Spiel selbst nur kurze Samples von Olimar und Louie (die, wohl als Gegensatz zu Mario und Luigi, überraschend dunkle Stimmen haben) und den Pikmin – vor allem diese zeigen wieder ihren einfach hinreißenden Charme und stimmen auch mal ein kleines Liedchen an, wenn die Gegend vollständig von Schätzen gesäubert worden ist. Auch die Laute der Gegner und der Umwelt tragen zum perfekten Bild einer alternativen Welt bei und spätestens, wenn es Abend wird und man die Vögel am Himmel krächzen hört, ergibt der Sound zusammen mit der Grafik eine durch und durch perfekt gelungene Symbiose. Wie immer verleiht die Unterstützung des Dolby Pro Logic II Standards dem Sound den nötigen Schliff.


Fazit

Pikmin 2 ist ein ohne Zweifel absoluter Pflichtkauf. In jeder Spielminute merkt man dem Titel an, dass es das erste Nintendo Spiel seit Pikmin 1 ist, bei dem Shigeru Miyamoto wieder stärker involviert war (deswegen auch die Verschiebung des japanischen Releasetermins um mehrerer Monate) und man kann diesem Umstand nur danken. So hat man alle Spielelemente aus dem ersten Teil ausgenutzt und mit vielen kleineren, wie auch größeren (Stichwort Zeitdruck) Veränderungen und Verbesserungen verfeinert. Die Steuerung ist, bis auf die gelegentliche Eigenwilligkeit der Pikmin, die aber immer verständlich und abzusehen ist, perfekt, das Gameplay durch das Teamfeature und dem damit verbundenen komplexeren Geschehen, den neuen Pikmin und nicht zuletzt durch den vor allem zum Ende hin knackigen Schwierigkeitsgrad durch die Survival-artigen Höhlen, ohne echten Schwachpunkt. Dabei ist die Motivation riesig, wieder funktioniert das altbewährte Belohnungsprinzip der Miyamoto Spiele und selbst nach dem Finden aller 201 Schätze erwartet dem Spieler ein deutlich besserer Challenge Modus als im Vorgänger und nicht zuletzt ein sehr guter Zweispielermodus. Wer den ersten Teil schon mochte, wird den Nachfolger sicherlich verschlingen und selbst wer mit dem Vorgänger nicht viel anfangen konnte, sollte trotzdem einen Blick auf EADs wohl besten GameCube Titel werfen. Kurzum: Pikmin 2 ist eine Videospielperle, die jedem Spieler, der sich von so trivialen Dingen wie aufgesetzten Coolness Faktor nicht blenden lässt, Stunden voller erstklassigen und lange nicht mehr gesehenen Gameplay bescheren wird.
 
Daher für Einzelspieler herausragend mit Tendenz zum Meilenstein und im Mehrspielermodus sehr gut bis herausragend.
 Autor:
Oliver Sautner
Testbericht
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Leserwertung:
9.0