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Need for Speed: Most Wanted

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Wollt ihr nach so einer heißen Verfolgungsjagd euer Fahndungslevel senken, gibt es zwei Möglichkeiten: Ihr könnt den Wagen in der Garage chillen lassen und mit einem anderen fahren oder ihr wählt die schnelle Variante und düst in den hiesigen Tuningshop, um ein paar Teile auszuwechseln oder den Wagen eben umzulackieren. Das hilft schon meist sehr.

Eine der größten Entäuschungen ist hingegen der Multiplayer-Modus. Das ganz passable Geschwindigkeitsgefühl vom Singleplayerpendant kommt hier überhaupt nicht mehr auf. Die Grafik wirkt sehr viel schlechter und man fühlt sich fast schon an seelige PS one Zeiten zurückerrinert. Ich schätze mal, EA hat den Multiplayer-Modus nur aus Gründen des Spielumfangs beigesteuert, denn richtig Mühe hat man sich damit nicht gegeben.

Riffs, Rhymes und Realfilmeinblendungen
Der Soundtrack protzt vor Stilrichtungen. Ok, grob gesehen sind es nur zwei und sie passen eigentlich selten zusammen, aber hier klappts. Metal und Hiphop! Das ist wie Nutella mit sauren Gurken, eine Mischung aus Hella von Sinnen, Daniel Küblböck und Captain Buzz Lightyear oder eine Kreuzung aus Mario und Sonic, aber hier klappts! Im reichhaltigen Optionsmenü kann man dann auch einstellen, wo die 26 Tracks per Zufallsgenerator gespielt werden. Ob nur in der Tuningwerkstatt, im Hauptmenü, im Rennen oder direkt überall. Vieles ist einstellbar. Natürlich erstmal die obligatorischen Sachen wie Sound, Video oder Profiloptionen. Dann gibt es noch verschiedene Steuerungen für die unterschiedlichen Spieler und später könnt ihr euren Wagen sogar mitten im Rennen kurz ummodden, um mit den Streckenverhältnissen besser klar zu kommen. Auch ein Strafregister über euch und eure Straftaten könnt ihr jederzeit abrufen, um festzustellen, wieviele Verstöße ihr bereits begangen habt, wieviele Festahmen ihr hinter euch habt, was eure besten Verfolgungsjagden waren etc.

Was mir persönlich nicht so gefallen hat, waren die Zwischensequenzen im Realfilmlook. Zwar wurde versucht eine gewisse Coolness in die ganze Sache zu bringen, aber auf dem Fernseher wirken die Charaktere in Bewegung etwas schwammig und wenn sich die Blacklist-Member in einem kurzen Spot vorstellen, muss ich unweigerlich daran denken, wie beknackt die vor dem Bluescreen im Studio posiert haben müssen, um eine halbwegs authentische Figur zu machen, die ihnen aber manchmal einfach nicht gelungen ist. Vor allem weil die graffitiartige Präsentation zu den meisten Charakteren überhaupt nicht passt. Ich meine, was will ein angeblicher Millionärssohn mit seiner Unterschrift in abstrakten modernen Jugendkultur-Lettern?

FAZIT
Nichtsdestotrotz ist es natürlich ein gelungenes Spiel und für jeden GameCube-Rennspieler ein willkommenes Fressen. Ich kann dabei aber nur für Leute sprechen, die Rennspiele nicht zu ihren Hauptspielen zählen. Ich kann mir nämlich vorstellen, dass der x-te Teil eines Need for Speed Sammler der Serie anöden könnte, mir jedoch hat es sehr viel Spaß gemacht wieder ein gutes Rennspiel zu zocken. Für diejenigen unter uns, die normalen Rennen und Motortuning überdrüßig geworden sind, gibt es ja noch die Varianten wie Maut oder Radarfallenrennen und natürlich das Herzstück von Need for Speed: Most Wanted: Die Konfrontation mit der Polizei löst noch am ehesten Adrenalinkicks aus... zumindest bis man gefasst wird und die Strafe fällig wird.
 
Daher für Einzelspieler herausragend und im Mehrspielermodus gut.  
 Autor:
Eugen Ruzickij
Testbericht
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Leserwertung:
6.2