GameCube » Tests » N » Need for Speed: Most Wanted

Need for Speed: Most Wanted

-> Drucken Spiel-Infos ein-/ausblenden...
Apropos bewundern: Die Grafik macht bei Need for Speed: Most Wanted größtenteils eine gute Figur. Die Umgebung ist farbenprächtig und mit Details wie Schildern, Treppen, Müllcontainern oder anderen Großstadtutensilien versehen, die Boliden glänzen in der Sonne und der Wind rauscht ab 200 km/h sichtbar an eurem Heck sichtbar. Auch der schicke Blur-Effekt beim Nitroeinsatz tut sein übriges, um zum passenden Ambiente zu verhelfen. Allerdings wirkt die ein oder andere Textur etwas grob und ganz selten merkt man, wie die Bildrate kurz runtergeht. Meistens läuft jedoch alles flüssig. Auch mit fünf bis sechs Polizei-Jeeps im Nacken und fünf zu einer Straßensperre formierten Undercover-Bullen vor einem. Leider sieht euer gepimpter Edelflitzer in der Garage aber opulenter aus als auf der Straße, das liegt auch daran, dass ihr nicht wie in NfS Underground nachts durch die City cruist.
Nur ein- bis zweimal ist es vorgekommen, dass ich beim Start unvermittelt in der Luft hing und der Bildschirm aussah wie auf LSD. Nach ein paar Sekunden gings aber wieder.

Der Schwierigkeitsgrad ist jedoch wieder eine etwas härtere Nuss. Kommt man in die Top10 noch relativ leicht, wirds ab der Top5 schon etwas härter. Um #4 auf der Liste zu werden habe ich bestimmt 30 Anläufe bei den Meilensteinen gebraucht. Am Ende war mir einfach alles egal und ich bin total asozial alles umrammend durch die City geheizt, sämtliche Cops in etlichen Verfolgungsstoppern (nützliche zerstörbare Häuser, Gerüste, Brücken oder ähnliches mit dem ihr eure Verfolger leicht abschütteln könnt) geplättet und dann noch flugs in einer versteckten Nische gewartet bis der Fluchtbalken voll war und damit die Flucht erfolgreich. Je länger eine Verfolgungsjagd dauert, desto höher ist die Fahndungsstufe. Auf Stufe 1 könnt ihr noch lässig rumcruisen und die meisten Polizeiwagen sind mit einer gut platzierten Rammattacke hinüber und mit einem Drift auf Tempo 180 in eine Seitenstraße ist die Flucht schon so gut wie in der Tasche. Auf Stufe 2 werden es schon ein paar Wagen mehr, die euch ans Leder wollen, die auch gleichzeitig aggressiver und widerstandsfähiger sind. Ab Stufe 3 kommen euch manchmal zwei Kamikaze-Jeeps entgegen, die euch frontal rammen und somit ausschalten wollen. Außerdem kommen jetzt die ersten Straßensperren, die ihr jedoch mit Nitroeinsatz und der Zeitlupenfunktion (im Spiel "Speedbreaker" genannt und per C-Stick nach oben einsetzbar) gut durchbrechen könnt.

Spätestens ab Stufe 4 habt ihr alle Hände voll zu tun, denn jetzt wird äußerst rabiat gegen euch vorgegangen. Von allen Seiten kommen Polizeiautos und versuchen euch einzukeilen oder zu rammen. Der Hubschrauber ist, solang er getankt ist, über euch und ermöglicht nur eine Flucht, wenn ihr überdacht fahrt. Hinzu kommen Nagelbetten bei Straßensperren, die euch sofort fahrunfähig machen. Gerade die Nagelbetten machen einem manchmal das Leben schwer, da sie eine Verfolgungsjagd sofort abbrechen. Also immer schön die Minimap im Auge behalten und den Speedbreaker rechtzeitig aktivieren. Sonst endet eure Meilensteinhatz schneller als ihr "Tabris trabt Trübsal blasend durchs traute GCN Tal" sagen könnt. Seid ihr jedoch ein verwegener Akustik-Pfiffikus, achtet ihr auf den Polizeifunk im Hintergrund, der euch jede Aktion der Cops ankündigt und somit davor warnt, eine coole und realistische Möglichkeit, dem NfS-Gesetz eine Nasenlänge voraus zu sein.
Stufe 5 kann ich jedoch wahrlich nicht empfehlen. Eine Corvette-Staffel jagt euch, als obs kein Morgen gäbe und ist nur schwer abzuschütteln. Wenn ihr allerdings die Blacklist knacken wollt, müsst ihr früher oder später auch mit dieser fertig werden. Wenn euch dann zehn Minuten lang das Adrenalin durch den Körper saust und ihr mit heiler Haut davon kommt, 20 Straßensperren und genausoviele Nagelbetten durch- oder umfahren, über 30 Polizeiwagen, etliche Schilder, Schranken und Straßenlaternen zerstört und die wahnwitzigsten Abschüttelmanöver erfolgreich eingesetzt habt, seid ihr einfach nur dankbar für den aufgefüllten Flucht-Balken.
 Autor:
Eugen Ruzickij
Testbericht
Zur Screengalerie
Screenshots:
Leserwertung:
6.2