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NBA Courtside 2002

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Von Mutationen und anderen Freuden des Lebens
Äußerst gelungen ist auch die Create-a-Player Option. Hier kann man sich einen eigenen Charakter zusammenbasteln und sich dabei aus sehr umfangreichen Auswahlmöglichkeiten die gewünschten Eigenschaften herauspicken. Hautfarbe, Größe, Brustumfang, Muskeln, Sockenlänge, Barthaare, Kinnproportionen... so ziemlich alles lässt sich verstellen. Dank diesen sehr vielfältigen Optionen, kommen oft mehr ulkige als realistische Resultate bei der Herumbastelei raus. Anschließend wird der Spieler noch mit Nummer und Namen versehen. Danach kann man mehrere Punkte auf die verschiedenen Eigenschaften verteilen und so seine Stärken festlegen. Zum Schluss wird der Junge auf den Transfermarkt geworfen und kann einem bestimmten Team zugeteilt werden. Zwar ist das alles nichts Neues, aber Spaß macht es dennoch.
Auch mit mehreren Spielern kommt viel Freude bei dem Spiel auf. Simulationsfanatiker sind sicher mehr im Quick Play zu finden, doch echter Multiplayerfun kommt besonders im Arcade Modus zu Stande. Es ist einfach zu schön anzusehen, wie der Freund gleich vor Wut platzt, weil man ihn mal wieder dank des Momentum Meters in der letzten halben Minute mit 30 Punkten überrollt hat. Doch auch der 3P-Contest fesselt zwei bis vier Spieler für längere Zeit vor den Fernseher.

Geschmeidig wie eine Bergziege
Die Grafik präsentiert sich sehr gelungen. Die Animationen der Sportler sind unglaublich gut geworden und gehören zum besten, was in der Richtung bisher abgeliefert wurde. Zusätzlich beeindruckend sind die Gesichter der Spieler. Sie sind gestochen scharf und sehen den echten Vorbildern zum Verwechseln ähnlich. Leider hat darunter die Lebendigkeit ein wenig zu leiden: Bis auf kleinere Bewegungen des Mundes, wirken die Gesichter relativ starr. Dies fällt besonders in den Replays auf, wo es so aussieht, als würden die Charaktere beim Blocken oder Dunken eher auf eine hübsche Blondine im Publikum starren, als auf den Ball. Dies fällt aber wie gesagt nur in bestimmten Situationen wirklich auf. Optisch gut gelungen ist auch das Spielfeld: Die Spieler spiegeln sich auf der blank polierten Oberfläche und auch das Scheinwerferlicht strahlt einem dezent vom Boden aus entgegen. Das Publikum besteht aus sehr scharfen Bitmaps, doch leider wirken die Animationen der Zuschauer noch immer recht abgehackt.
Der Sound ist auf eher etwas überdurchschnittlichem Niveau. Der Titelsong kann gefallen, die restlichen Musikstücke sind aber nicht von so herausragender Qualität. Auch könnte man sich vom Publikum teilweise intensivere Sprechgesänge wünschen. Nur ab und zu kommt in den Stadien so eine Atmosphäre auf, dass es einem kalt den Rücken herunter läuft. Unterscheiden tun sich die Kommentatoren ein wenig von anderen Spielen. Es gibt nämlich einmal den Stadionsprecher, der die Namen der Spieler ruft und die Menge zum Jubeln anpeitscht. Zusätzlich gibt es aber noch eine Art Fernsehkommentator, der einem noch weiterführende Infos zu bestimmten Spielern verrät.

Fazit
Alles in allem ist NBA Courtside 2002 wirklich ein gelungenes Spiel, was sich kaum ein Basketball Fan entgehen lassen sollte. Die Animationen der Spieler sind hervorragend, die unterschiedlichen Spielmodi halten den Dauerspaß hoch. Allerdings hätte es gerne noch mehr Minispiele wie den Drei-Punkte-Contest oder auch mehr Courts für den Arcade Mode geben dürfen. Schade eigentlich, dass Left Field wohl keine Chance mehr hat, solche Ideen im potenziellen Nachfolger zu verwirklichen...

 Autor:
Tobias Prinz
Testbericht
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Leserwertung:
5.5