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Medal of Honor: European Assault

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Gemindert wird der Frust durch Medi-Kits und Wiederbelebungen. Richtig gehört, Electronic Arts wirft jeglichen realistischen Anspruch über Bord und gibt euch die Möglichkeit, im Falle eines Todes, wiederbelebt zu werden. Nein, nicht durch einen Mediziner oder so, sondern an Ort und Stelle. Einfach so. Ohne fremde Hilfe. Ihr wisst schon, Gott und so… Die Wiederbelebungen werden wie Medi-Kits eingesetzt und können auch überall auf dem Schlachtfeld gefunden werden, meistens aber nur, wenn ihr eine Aufgabe erfüllt. Hinzu kommt noch, dass ihr viele Medi-Kits an eure Kameraden loswerdet; ein Energiekreis über deren Köpfe zeigt euch, wann es wieder mal nötig ist, den Samariter zu spielen. Und wenn es zu spät ist und ein Team-Kollege stirbt? Ist egal. Man hängt weder emotional noch spielerisch an ihnen; sie werden in der nächsten Mission einfach ersetzt.

Und noch eine Neuerung (man möchte dazu sogar fast Innovation sagen; EA überrascht immer wieder): Wenn eure Spielfigur so richtig wütend ist, könnt ihr sie in Rage versetzen. Das ist dann total lustig, weil ihr dadurch für kurze Zeit zu so etwas wie einem Gott werdet: Niemand kann euch etwas anhaben, ihr ballert einfach drauflos, zudem werden die Gegner alle langsamer. Ein Hoch auf Remedy und Max Payne! Ups... doch keine Innovation. Ich nehme alles zurück...

Grafisch erfüllt Medal of Honor: European Assault seinen Zweck: Es sieht alles ganz nett aus, ruckelt aber erstens wie ein alter VW Käfer und ist zweitens nicht mehr zeitgemäß, weil... weil es alt und dürftig aussieht. Außerdem wirken die Texturen oftmals sehr verwaschen. Dafür überzeugt der Sound auf ganzer Linie, nicht nur musikalisch, sondern auch was die Effekte angeht. Die Schussgeräusche wissen genauso zu gefallen wie das atmosphärische Herumgebrülle der Kameraden.

Auch European Assault hat einen zugegebenermaßen sehr spaßigen Multiplayer-Modus. Ich habe ihn zusammen mit meinem Bruder gespielt und war begeistert. Nicht davon, dass ich ihn ständig besiegt habe, sondern davon, dass der Modus zwar immer noch ruckelt wie Sau, aber weniger als es noch bei Rising Sun der Fall war...

FAZIT
Okay, ich kann ja jetzt wieder damit anfangen, freue mich jedes Jahr drauf: Dem Spiel fehlt es am Feinschliff! Es wirkt unfertig! Es gibt an jeder Ecke irgendwas zu meckern, die Grafik scheint auch ein Stillleben zu führen, während der Sound wie eigentlich immer zwar patriotisch, aber immer noch sehr gut klingt. Das Missionsdesign ist 08/15 und absolut langweilig, Spaß macht es aber trotzdem, weil man European Assault genau wie Rising Sun als Serious Sam im Weltkriegsszenario sehen kann. Dem eigentlichen Anspruch wird das Spiel aber in keiner Weise gerecht; zudem hat EA jeglichen Realismus über Bord geworfen.

MoH-Fans holen sich das Spiel, alle anderen greifen entweder zu Call of Duty oder einem der älteren Teile von EAs Patrioten-Shoo...ich meine Weltkriegsshooter.
 
Daher für Einzelspieler ordentlich bis gut und im Mehrspielermodus gut
 Autor:
Khesrau B.
Testbericht
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Screenshots:
Leserwertung:
6.0