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Medal of Honor: European Assault

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 Spiel-Infos: Medal of Honor: European Assault
Medal of Honor: European Assault Boxart Name: Medal of Honor: European Assault (PAL)
Entwickler: Electronic Arts Los Angeles
Publisher: Electronic Arts
Erhältlich seit: 16. Juni 2005
Genre: Shooter - Ego Shooter / FPS
Spieler: 1-4
Features:
THX Sound, 60Hz Modus
Ich könnte jetzt wie in meinem Test zu Rising Sun davon sprechen, wie bombastisch doch der Prolog mal wieder geworden ist und wie dicht die Atmosphäre mal wieder zusammengeschustert wurde. Allerdings gibt es dafür keinen Grund, denn European Assault bricht mit der alten Medal-of-Honor-Tradition der genialen Einleitung. Zuerst gibt es ein arg aufgesetztes Intro über den Krieg. Wie schlimm er doch war und wie viele Schmerzen er einem zugefügt hat. Abgesehen davon, dass während des Spiels Moral absolut keine Rolle spielt – geht es doch in European Assault im Grunde genommen nur ums Ballern, Ballern und nochmals Ballern –, wirkt diese sentimentale Einleitung einfach fehl am Platze. Aber die Leute von EA scheinen das Ganze tatsächlich ernst zu meinen, denn bei der Entwicklung des Spiel haben sie stets darauf geachtet, "dass Medal of Honor European Assault die Ideale und Integrität der angesehenen Medal of Honor widerspiegelt.“ (Zitat von ElectronicArts.de)

Aber wie gut, dass man über solche Aussetzer gnädig hinwegsehen kann. Denn außer peinlichem Moral-Geschwafel bietet European Assault im Gegensatz zu seinen kommerziell anscheinend erfolgreichen Vorgänger etwas ganz Neues: Man darf ab und zu seinen Team-Kameraden simple Befehle geben; das Spiel beschränkt sich dabei auf „Stürmt nach vorn!“ und „Zieht euch zurück!“. Wenn man seinen freundlichen Tag hat, kann man das glatt als taktische Komponente durchgehen lassen. Sicher ist jedoch: In typischer Rambo-Manier ganz alleine vorzustürmen bringt außer Blei im Körper herzlich wenig.

Das Missionsdesign ist typisch Weltkriegsshooter: ihr müsst jede Menge Bomben zünden (und wenn ich jede Menge sage, meine ich auch jede Menge!), in feindliche Gebiete vorstürmen und anderen Einheiten zu Hilfe kommen. Feindliche Panzer wollen zerstört und in die Luft gejagt werden. Dabei beinhaltet jede Mission in den vier Kampagnen versteckte Ziele, die erst durch Skriptereignisse freigeschaltet werden. Aus vermeintlich gerade mal drei Missionsaufgaben werden somit im Laufe eines Levels acht – gute Idee, wenn man bedenkt, dass dadurch die Spannung deutlich gesteigert wird, da man nicht alles von vornherein weiß.

European Assault ist auch auf dem einfachsten Schwierigkeitsgrad kein Zuckerschlecken. Meistert ihr die ersten Missionen noch problemlos, gibt es im fortgeschrittenen Spielverlauf immer mehr Frustmomente. Die aufkommenden Gegnerhorden sind nicht leicht zu besiegen. Nicht, weil sie so unglaublich intelligent, sondern weil sie euch quantitativ deutlich überlegen sind. Aus der ihnen gegebenen Intelligenz ziehen die Gegner nur ihren Nutzen, wenn sie eine Kiste sehen, hinter der sie sich verstecken können; scheint inzwischen zum guten Ton zu gehören, sich hinter Kisten verstecken zu können. Richtig frustrierend ist es, dass ihr immer nur am Ende einer Mission speichern dürft, was alles nur unnötig schwerer macht und euch dazu zwingt, die mitunter wirklich langen Missionen immer und immer wieder zu wiederholen.
 Autor:
Khesrau B.
Testbericht
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Leserwertung:
6.0