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Gun

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Aber sowohl vom Umfang als auch von der Spielbarkeit her lag das Hauptaugenmerk der Entwickler von Gun ganz klar bei den Story-Missionen. Hier schlägt sich Colton durch abwechslungsreiche Szenarien, die euch immer wieder vor neue Herausforderungen stellen. Wie schon erwähnt stürmt man an einer Stelle mit verbündeten Indianern ein Fort, dann wiederum müssen Indianer daran gehindert werden eine im Bau befindliche Brücke zu zerstören. Absolut überwältigend ist dann auch das bombastische Finale, welches dem gesamten Game noch die goldene Krone aufsetzt. Als Spieler fühlt man sich hier immer mitten ins Geschen versetzt und nicht selten stockt einem der Atem, wenn ganze Gegnerhorden auf den Plan treten. Gun ist spielerisch also ein wirkliches Brett und kann auf ganzer Linie überzeugen, lediglich der Umfang ist etwas zu schlank geraten. Auch wenn man sich jede Nebenmission vornimmt, kommt die Spieldauer nicht über das Mittelmaß hinaus. Dafür kommt aber nie Langeweile auf und ihr werdet einfach nur bestens unterhalten. Besonders überraschend ist dann noch die Tatsache dass der Spielfluss nicht einmal von Ladezeiten unterbrochen wird. Lediglich beim Zugriff auf die Memorycard werdet ihr zum Warten verdonnert, ansonsten bewegt ihr euch ungestört über das weite Land der Gun-Welt.
 
In den Sonnenuntergang reiten
Fast alles richtig macht Gun auch im technischen Bereich. Die Ohren des Spielers werden mit wunderschönen Westernstücken verwöhnt, welche direkt aus der Hollywoodschmiede stammen könnten. Auch die Soundeffekte lassen keinerlei Anlass zur Kritik, eine solide Geräuschkulisse sowie satte Effekte beim Abfeuern der Waffen stellen jeden Zocker zufrieden, vor allem da auch eine Dolby Pro Logic II-Abmischung vorliegt. Der heimliche Höhepunkt in der Klangwelt stellt jedoch die bombastische, leider (oder Gott sei Dank) nur englische, Sprachausgabe dar. Jeder Figur präsentiert sich mit einer äußerst markanten Stimme, welche sich wunderbar in die vorherrschende Wildwestatmosphäre eingliedert.
 
Der bereits erwähnte Soundtrack ist jedoch nicht alleine für die unglaublich dichte Atmosphäre verantwortlich. Richtig überwältigend wirkt das Spiel nämlich vor allem in der optischen Präsentation. Allerdings könnte man die hin und wieder auftretenden Slowdowns kritisieren, die das geniale Gesamtbild von Gun nur gering stören. Spätestens wenn man bei Sonnenuntergang über die Prärie der Badlands reitet und die Kälber wieder zu ihrer Ranch treibt, verliert man sich total in der fast schon magisch anmutenden Westernatmosphäre. Die wunderschönen Landschaften mit hoher Weitsicht, fantastisch animierten und sehr detaillierten Charaktermodelle sind ebenso überzeugend gelungen wie das eigentliche Design. Hin und wieder könnten zwar ein paar Texturen schärfer sein, das ist jedoch aufgrund der großen Spielwelt ohne Ladepausen mehr als nur verschmerzbar. Und man ist einfach überwältigt, wie detailverliebt die einzelnen Städte aufgebaut wurden. Nicht selten hat man das Gefühl durch eine echte Hollywoodkulisse zu marschieren. Seinen Höhepunkt erreicht das Ambiente, wenn man im Hintergrund Strohballen umherrollen sieht, während man einer Staubwolke entgegenläuft und eine Schießerei zwischen Ganoven und dem Gesetz verfolgt. Hier ist Gänsehaut garantiert. Hinzu kommt noch, dass die Entwickler löblicherweise sogar an einen 16:9 Modus gedacht haben.
 
FAZIT
Gun ist wirklich der Hammer und stellt neben Burnout Revenge das wohl beste PlayStation 2 Spiel für den diesjährigen Weihnachtsbaum dar. Die Technik ist top, der Soundtrack ist top, die Story ist top, die Steuerung ist top und die ganze Gestaltung ist einfach unglaublich stimmig geworden. Außer dem etwas schlanken Umfang ist es wirklich schwer etwas Negatives aufzuzählen. Fans von alten oder modernen Westerngeschichten kann ich Gun nur wärmstens ans Herz legen. Allein wegen der überragenden Atmosphäre und dem echten Cowboy-Gefühl wird man das Spiel bis zur letzten Sekunde genießen. Aber auch alle anderen Actionfans sollten mehr als nur einen Blick riskieren. Selten war ein Titel so gut ausbalanciert und durchdacht. Also kauft euch das Spiel, taucht ein und erlebt wie wild der Westen wirklich war. Leider kommt man aber hierzulande nicht in den 100%igen Genuss von Gun, denn Activision hat in Deutschland eine geschnittene Fassung veröffentlicht, wo das Blut reduziert, das Skalpieren von Gegner herausgeschnitten (aber das Messer gibt es seltsamerweise immer noch zu kaufen) und auch das Intro entfernt wurden. Dies ist zwar alles sehr schade, reduziert den Spielspaß aber nicht wirklich.
 
Daher für Einzelspieler herausragend.
 Autor:
Dominik Winkler
Testbericht
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Leserwertung:
7.7