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Gun

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Zieh!
Wie erwähnt beginnt Gun mit einem Tutorial, welches sehr schön in die Handlung eingebunden wurde. Befindet man sich dann auf dem Mississippidampfer, geht es aber gleich so richtig zur Sache. Jede Menge Angreifer mit Kriegsbemalung stürmen das Schiff und zwingen euch gleich mit allen Steuerungsfeinheiten zurecht zu kommen. Im ersten Moment dürfte dies zu einiger Verwirrung führen, da die Steuerung sehr Komplex ist und wirklich jede Taste des Pads ausnutzt (daher kann man zweifelsfrei behaupten, dass die PS2 Fassung einen großen Vorteil gegenüber den anderen hat). Hat man sich jedoch mit allen Möglichkeiten vertraut gemacht, fühlt man sich wie ein wirklicher Cowboy und zaubert die coolsten Moves auf den Bildschirm. Gelaufen und gezielt wird Shooter-typisch mit den beiden Sticks - drückt man diese, lädt man entweder nach oder greift auf die Scharfschützenfunktion einiger Waffen zurück. Es gibt insgesamt vier verschiedene Waffengattungen (Gewehr, Shotgun, Scharfschützengewehr und Bogen) und zusätzlich noch Revolver und welche, die auch geworfen werden können wie Dynamit. Letztere schleudert man dann in die Richtung feindlicher Einheiten und werden in ihrer Zerstörungskraft lediglich von den stationären Waffen wie Haubitzen oder Gatlingguns übertroffen. Sollte die Energie eures Charakters mal zur Neige gehen, könnt ihr sogar einen Schluck aus eurer Schnapsflasche nehmen, um somit einen Teil eurer Gesundheit regenerieren. Besonders spannend ist auch die Möglichkeit sich nach links und rechts zu beugen, und somit hinter einer sicheren Deckung Schutz suchen zu können, während man auf Feinde feuert.
 
Apropos Deckung: Ein wichtiges Element der Feuergefechte ist es, für ausgiebig Deckung zu sorgen, da man sonst vor allem in den höheren Schwierigkeitsgraden recht schnell das Zeitliche segnet. Wenn trotz all dieser Funktionen immer noch keine Möglichkeit besteht den Gegner auszuschalten, greift Colton auf seine Spezialität zurück. Per Tastendruck könnt ihr vorübergehend in die Zeitlupe wechseln, die es euch ermöglicht in kürzester Zeit viele Gegner zu töten und fast automatisch den nächsten ins Visier zu nehmen.
 
Doch Gun besteht nicht nur aus Schusswechseln, Reitausflügen stellen ein ebenso wichtiges Spielelement dar. An jeder Ecke sind Pferde zu findet, die man besteigen und vor allem zur schnellen Fortbewegung nutzen kann. Das Pferd besitzt eine separate Energieleiste, die, falls ihr zu stark beschleunigt, von zu hohen Abgründen springt oder unter Beschuss geratet, abnimmt. Nicht selten führt dies dann zum Tod eures Reittieres. Auch in diesem Bereich haben die Entwickler alles richtig gemacht, denn das Pferd sorgt für einen spielerisch wichtigen Vorteil gegenüber unberittenen Gegnern oder ist gar zwingend notwendig, um gewisse Missionen überhaupt zu meistern. In diesen Momenten drängt sich unweigerlich ein Vergleich mit dem Kultklassiker The Legend of Zelda Ocarina of Time auf und den brauchen die Reitmissionen von Gun wirklich nicht scheuen.
 
If you got the balls…
Gun bietet eine Vielzahl von Nebenmissionen zur Verfügung, die ihr in der frei begehbaren und meist bereitbaren Welt bestreiten könnt. Abseits der Hauptstory verbringt ihr somit die meiste Zeit damit einen kurzen Blick auf die Karte zu werfen, um einen Überblick zu bekommen, wer eure Dienste in Anspruch nehmen möchte. Entweder begebt ihr euch ins örtliche Kasino und spielt eine Runde Karten, lebt den Rancher in euch aus und treibt die Rinderherde wieder in die Koppel zurück, versucht euch als Lieferservice beim Pony-Express oder helft dem Sheriff und sogar dem Bundesmarshall die Gegend von fiesen Ganoven zu säubern und unschuldige Opfer zu retten. Hin und wieder findet ihr auch Steckbriefe an Häuserwänden aufgehängt, die darauf hinweisen, auf wen gerade ein Kopfgeld ausgesetzt ist. Hier dürft ihr dann entscheiden, ob ihr es euch einfach macht und den bösen Buben tot oder lieber für mehr Bargeld lebendig einsacken wollt. Wenn ihr dann immer noch nicht genug Dollarzeichen gesehen habt, könnt ihr sogar auf die Jagd oder ganz klassisch Gold schürfen gehen. Es gibt auf jeden Fall einiges nebenher zu tun, wobei man auch immer motiviert ist, jede noch so kleine Mission erfolgreich abzuschließen, denn nur so kann man seine Statuswerte auf ein höheres Niveau bringen. Colton besitzt nämlich in typischer Rollenspielmanier verschiedene Fähigkeiten wie Zielen, Angriff und Reiten, die es aufzuleveln gilt.
 Autor:
Dominik Winkler
Testbericht
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Leserwertung:
7.7