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Goblin Commander: Unleash the Horde

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Sind alle Missionsziele erfüllt, gibt’s eine Endbewertung und es geht weiter zur nächsten Herausforderung. Sind alle Goblins des Spielers gestorben, ist das Spiel übrigens noch nicht verloren. Zerstörte Clanschreine können auch wieder aufgebaut werden. Erst wenn keine Möglichkeit mehr besteht, Nachschub zu erzeugen, also alle Einheiten tot und keine Seelen mehr vorhanden sind, respektive der Clanschrein zerstört ist und kein Gold mehr zur Verfügung steht, um ihn wieder aufzubauen, ist die Schlacht verloren. Wer es Leid ist, sich immerzu mit der KI zu messen, kann wahlweise auch gegen einen Kumpel antreten. Dazu bietet das Spiel einen wahlweise horizontal bzw. vertikal geteilten Bildschirm.

Massenbewegungen und Kampfgeschrei
Technisch ist der Titel solide, die Goblins sind ansprechend gestaltet - jeder Clan hat sein charakteristisches, eigenwilliges Design -, die Umgebung zweckmäßig texturiert und die Framerate bleibt meist stabil. Lediglich wenn am Bildschirm viel los ist, was durchaus nicht selten der Fall ist, ruckelt es deutlich, was sich jedoch nicht gravierend auf den Spielablauf auswirkt. Im Zweispielermodus sieht es mit der Bildrate naturgemäß noch etwas schlechter aus, die Übersicht leidet darunter deutlich. Der Soundtrack ist dezent und hält sich eher vornehm im Hintergrund, es dominiert die Soundkulisse, welche das Gemetzel mit gefälligen Grunz- und Gurgellauten akustisch unterlegt. Witzig ist die Sprachausgabe der Goblins: eine unverständliche Fantasiesprache, seltsam aber stimmig.

Einberufungsbefehl für alle?
Ich muß sagen, ich bin im Genre der Echtzeit-Strategie nicht allzu sehr bewandert. Um so erfreuter war ich, dass Goblin Commander sehr einsteigerfreundlich gestaltet ist und den Spieler nie mit einer Vielzahl an komplexen Handlungsmöglichkeiten überfordert. Relativ bald hat man den Spielverlauf verinnerlicht und kommt ob des gemäßigten Schwierigkeitsgrads recht flott vorwärts. Mit der Zeit erweist sich die mangelnde Komplexität allerdings als Crux. Die Eingriffsmöglichkeiten sind beschränkt, in den Gefechten ist man mehr damit beschäftigt, im Clanschrein für Nachschub an Kriegern zu sorgen, als aktiv am Kampfgeschehen teilzunehmen. Die Möglichkeit einen Goblin direkt zu steuern, ist ein nettes Gimmick, aber angesichts des Spielkonzepts nahezu nutzlos, weil ineffektiv. Lediglich die Steuerung der Titanen ist (mangels vorhandener KI) notwendig. Auch zu bemängeln ist, dass die Kamera im Commander-Modus nicht gedreht oder gekippt werden kann. Dies ist nur möglich, wenn man eine der Spielfiguren direkt steuert. Schade, die Missionen wären relativ abwechslungsreich, etwas mehr Spieltiefe hätte Goblin Commander aber gut getan.
Der Mehrspielermodus kann nicht wirklich überzeugen. Gerade bei einem Strategiespiel macht ein Splitscreen nicht viel Sinn, da man trotz "Fog of War" genau sehen kann, was der Gegner im Moment macht. Der Überraschungseffekt, auf den es gerade ankäme, ist dahin. Was bleibt, ist das automatisierte Schlachtgetümmel und das kann bestenfalls für eine Handvoll Partien motivieren.

Eingefleischte Strategiefans, die mit einschlägigen PC-Titeln Erfahrung gemacht haben, werden mit Goblin Commander wahrscheinlich stark unterfordert sein. Für Konsolen-only Besitzer mit Strategieaffinität bietet Goblin Commander kurzweilige Unterhaltung für ein paar Stunden.
 
Daher für Einzelspieler gut und im Mehrspielermodus ordentlich bis gut
 Autor:
Alfred Fank
Testbericht
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Leserwertung:
7.8