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Geist

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Eine Frage der Perspektive
Liebe zum Detail beweist N-Space nicht nur bei den unterschiedlichen Wegen, wie jemandem ein gehöriger Schrecken eingejagt wird, sondern auch bei den wechselnden Ansichten der einzelnen Körper oder Objekte. Aus Hundeaugen nimmt Raimi die Umwelt ganz anders wahr als aus eines EKG-Geräts, bei es wie von Geisterhand möglich ist, dem Herzen ein wenig Schwung zu geben. Nintendos Stardesigner und Mädchen-für-alles Shigeru Miyamoto hat hier sicher auch die eine oder andere Idee zum fertigen Spiel beigesteuert. Den Jungs von n-Space hat er im Unterhaltungsparadies Orlando während der fast drei Jahre währenden Entwicklung des Spiels zumindest ab und zu über die Schulter geschaut.
Freudig wird auch das neue Verhältnis zu Raum und Zeit zur Kenntnis genommen. Schmale Öffnungen können leicht zum Durchschlüpfen genutzt werden und im schummrigen, körperlosen Zustand läuft auch die Zeit deutlich relaxter ab. Dadurch kann der eroberte Körper kurz verlassen werden, um etwas die Umgebung zu erkunden. Später im Spiel schickt Tunichtgut Volks jedoch ein paar Geisterjäger los, die dich im Gegensatz zu gewöhnlichen Gegnern sehen können und auch deine Zeitlosigkeit entgegenwirken.
 
Der Shooter, der kein Shooter ist
Leider sind zu allem Überfluss genau die Passagen des Spiels nicht besonders gelungen, in denen sich mit der Waffe der Weg freigekämpft werden muss. Das Zielen gestaltet sich als äußert ungenau und die künstliche Intelligenz der Gegner ist so gut wie nicht vorhanden. Um einen Bösewicht in angriffslustig zu stimmen, muss dieser einen größeren Teil des gespielten Körpers erblicken, als nötig ist, um ihn vorher das Lichtlein auszublasen - bei Schüssen aus einer solchen Position ist mit keiner Gegenreaktion zu rechnen.
Geist - Review der PAL-Version
Daher empfiehlt sich, bei Geist mehr auf ein ordentliches Action-Adventure als auf einen guten Shooter zu hoffen. Sonst gibt es nur unnötig enttäuschte Gesichter.
 
Halbe Sachen
Mit dem Thema Grafik scheint man sich nur sporadisch beschäftigt zu haben. Denn diese wirkt trotz der schönen Lichteffekte und vielen Details ein wenig wie von vorgestern. Und egal in welches Genre man Geist drängeln mag, ob Shooter oder Action-Adventure, gehobene Optik gehört hier zum guten Ton. Trotz Zwischensequenzen, Breitbildunterstützung und Dolby Pro Logic II bleibt das Potential des GameCubes sichtbar ungenutzt.
 Autor:
Martin Eiser
Testbericht
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Leserwertung:
8.7