Die Demos zum Revolution-Controller

News vom 16-09-05
Uhrzeit: 12:12
Heute Nacht war es endlich soweit und Nintendo hat den Controller für seine nächste Konsole, noch unter dem Entwicklungsnamen "Revolution" bekannt, präsentiert. Wir haben euch in einer umfangreichen Newsmeldung bereits über das seltsam anmutende Steuergerät informiert. Wenig Tasten, steuern durch reines Bewegen des Controllers, Erweiterungen für die linke Hand und die Optik einer TV-Fernbedienung - wirklich verständlich ist das alles nicht sofort. Daher hat Nintendo einigen Journalisten die Möglichkeit gegeben, Technik-Demos anzuspielen. Leider haben diese noch nichts mit zukünftigen Revolution-Spielen zu tun und wirkten grafisch wohl eher sehr rudimentär, entsprechend können wir euch kein Bildmaterial anbieten. Was wir euch aber anbieten können sind detaillierte Beschreibungen, wie dieser neue Controller tatsächlich in Spielen eingesetzt werden könnte:
 
Demo 1: Schießstand
 
Wie bereits beschrieben - der neue Controller misst Bewegungen und Entfernungen in Relation zum Fernseher und setzt diese in die Spiele um. Dies wurde in einer ersten Demo verdeutlicht, in der man den Controller auf den Fernseher richtete und dort einen kleinen Cursor sah. Nun war es möglich, durch Bewegen des Controllers diesen Cursor zu bewegen und quadratische Blöcke auf dem Bildschirm mit der B-Taste abzuschießen. Dies ist in etwa mit der Funktion einer Lightgun vergleichbar. Allerdings misst der Revolution-Controller die Position im Raum und benötigt so keine direkte Lichtverbindung zum Fernseher. Entsprechend präziser ist die Steuerung, entsprechend bequemer kann man den Controller halten.
 
Demo 2: Fischen
 
Spätestens seit The Legend of Zelda: Ocarina of Time am Nintendo 64 ist Angeln auch ein bei Videospielern absolut anerkannter Zeitvertreib. Mit Revolution wird dieser Sport nun noch realistischer. Die zweite Revolution-Controller-Demo verdeutlichte Bewegungen im dreidimensionalen Raum. Steuerte man in Demo 1 noch einen Cursor auf einer 2D-Oberfläche musste hier nun eine Angel nicht nur nach links, rechts, oben und unten sondern auch in der Tiefe nach vorne und hinten bewegt werden. Umgesetzt wird dies mit dem neuen Controller 1:1. Einfach die Hand nach vorne bewegen oder an den Körper ziehen und die Tiefe des Raumes wurde auch am Bildschirm erobert. Sobald ein Fisch angebissen hat, wurde die im Controller integrierte Rumble-Funktion aktiviert. Nun schnell den Controller hoch reißen - ganz wie eine Angel - und mit etwas Glück konnte man den virtuellen Fisch aus dem Wasser ziehen.
 
Demo 3: Kururin Revolution

Ihr kennt Kurukuru Kururin für den Game Boy Advance? Oder wenigstens den TV-Unterhaltungsklassiker "Der heiße Draht"? Dann kennt ihr auch die dritte Demo für den Revolution-Controller. Hier musste ein rotierender Stab durch ein Draht-Labyrinth geführt werden, ohne das der Spieler die Seiten berührt. Erneut, wie schon in Demo 1, eine zweidimensionale Oberfläche, auf der man den Stab durch Bewegung des Controllers in die entsprechende Richtung navigierte. Diese Tech-Demo hatte einen ganz besonderen Sinn: Sie verdeutlichte, welch präzise Bewegungen mit dem neuen Steuerungs-Konzept möglich sind. Denn gerade bisherige Tilt-Sensoren waren in der Regel äußerst unpräzise. Doch keine Sorge, auch hier kann der Revolution-Controller voll überzeugen!
 
Demo 4: Air Hockey
 
Air Hockey wurde von Nintendo schon als Demonstration für die Touchscreen-Funktionen des Nintendo DS genutzt - auch für die neue Revolution-Steuerung ist dies kein Problem. Der Stab, mit dem der Puck in die Hälfte (und das Tor) des Gegner geschlagen werden soll, wurde einmal mehr durch reines Bewegen des Controllers gesteuert. Die Änderung im Vergleich zu den bisherigen Demos konnte man den Stab allerdings auch nach links oder rechts kippen - in dem man den Controller kippte. Wirklich intuitiv klappte dies allerdings noch nicht. Dennoch wird auch hier deutlich, welche Bewegungsmöglichkeiten die neuartige Technologie mit sich bringt. Denn im Gegensatz zu herkömmlichen Tilt-Sensoren sind mit dem Revolution-Gamepad Drehungen und Bewegungen in allen Richtungen möglich!
 
Demo 5: Basketball

Nein, hier handelt es sich noch nicht um eine Version von EAs NBA-Serie für Revolution. In dieser Tech-Demo musste der Spieler einen Basketball durch Veränderung des Bodens in den Korb befördern. Dabei kamen neben dem Bewegungssensor auch erstmals die Tasten zum Einsatz. In dem man mit dem Controller auf eine Fläche am Basketballfeld zeigte und dort den B-Trigger betätigte, lies sich hier eine Mulde schaffen. Idealerweise unter dem Ball - denn mit A konnte man diesen Vorgang rückgängig machen und einen Hügel erzeugen. Entsprechend flog der Ball dann in die Luft - und hoffentlich in den Korb! Einmal mehr zeigte diese Demo, wie sensibel und akkurat die Bewegungssteuerung funktioniert. Außerdem wurde deutlich, wie ergonomisch die Tasten liegen und wie gut das Konzept auch in einer Umgebung für mehrere Spieler gleichzeitig funktionieren kann.
 
Demo 6: Pilotwings Sunshine
 
Diese Demonstration entführte den Spieler direkt auf die Isla Delfino aus Mario Sunshine. In der dortigen Oberwelt durfte man mit einem kleinen Modellflugzeug durch die Gegend brausen. Auch hier funktionierte die Steuerung rein über Bewegungen - ein Senken des Controllers nach vorne senkte die Nase des Flugzeugs und umgekehrt, ein Drehen des Controllers drehte das Flugzeug elegant auf die Seite. So konnten präzise Ringe durchflogen und waghalsige Flugmanöver unternommen werden - ganz ohne Tasten, Analogsticks oder Steuerkreuz. Welches Kind hat schließlich nicht mit dem Modellflugzeug atemberaubende Flugmanöver in der eigenen Wohnung vollführt - hier funktioniert die Steuerung praktisch exakt genauso. Die Möglichkeiten erschließen sich schnell: Wann kommt ein neues Pilotwings, Nintendo?
 
Demo 7: Hey you, Pikachu!
 
"Wo ist Walter?" mit Pokémon: Diese Demonstration verdeutlichte Kamerabewegungen mit dem Controller. Auf einem großen Bild waren dutzende Pokémon zu sehen - irgendwo unter ihnen Pikachu. Indem man den Controller nach links oder rechts bewegte, konnte man hier über das Bild scrollen. Indem man ihn nach vorne bewegte oder an den Körper zog, konnte man ins Bild hinein oder aus dem Bild herauszoomen. Natürlich ist es jetzt nicht gerade spannend, ständig nach Pikachu zu suchen. Vorstellbar ist eine solche Steuerung aber beispielsweise in der Sniper-Ansicht eines Ego-Shooters.
 
Demo 8: Metroid Prime 2: Echoes Revolution
 
Zuletzt die vielleicht spannenste Tech-Demo, denn sie kommt einer echten Spielsteuerung schon am nächsten.
Die Retro Studios stellten extra zu diesem Zweck eine an den neuen Controller angepasste Version des ersten Levels von Metroid Prime 2: Echoes bereit. Hier musste die Analog-Stick-Erweiterung an den Controller angeschlossen werden. Mit der linken Hand konnte man nun mit dem Analogstick laufen und strafen, wie man es etwa aus Egoshootern für Konsolen kennt. Die beiden Trigger an der Analogstick-Erweiterung wurden zur Verwendung des Scanners genutzt. Mit dem eigentlichen Controller konnte man sich nun umsehen und zielen - praktisch direkt auf den Fernseher! Dieses intuitive Setup spielte sich bereits weit besser als die bekannten Shooter-Steuerungen mit einem zweiten Analogstick zum Zielen - vielleicht sogar natürlicher als Tastatur-Maus-Steuerungen. Die Demo wurde in wenigen Wochen erstellt - wir sind gespannt, was die Retro Studios für Metroid Prime 3 in Planung haben!

 
 
Auch wenn noch nicht alle Demos Aufschluss geben können, wie sich Revolution-Spiele in Zukunft steuern lassen - die Möglichkeiten scheinen grenzenlos. Speziell komplett auf die Konsole angepasste Konzepte sollten - wie schon am Nintendo DS - wirklich neuartige Spieleerfahrungen bieten.
Wie gut sich bewährte Genres spielen lassen werden ist eine andere Frage. Gerade bei Egoshootern scheint die Steuerung interessant, auch Strategiespiele könnten von den Bewegungssensoren profitieren. Eher schwierig stellen wir uns momentan die Umsetzung von klassischen Rennspielen, Sportspielen oder Trendsport-Titeln wie Tony Hawk vor, die häufig auf eine sehr komplexe Tastenbelegung angewiesen sind. Hier sind die Spieleentwickler gefragt, um bekannte Genres auf innovative Art neu zugänglich zu machen. Eines scheint jedenfalls schon jetzt klar: Direkte 1:1-Portierungen von Xbox 360 und PlayStation 3 werden unabhängig von der noch offenen technischen Leistungsfähigkeit von Revolution zu einer echten Herausforderung für die Programmierer werden. Es wird sich zeigen, welche Entwickler hier offen und begeistert mit der neuen Herausforderung, die der Revolution-Controller bietet, umgehen werden - und welche eher abgeschreckt auf konventionelle Systeme setzen.

Natürlich halten wir euch in den kommenden Wochen und Monaten weiterhin auf dem Laufenden, wenn es hoffentlich weitere spannende Ankündigungen und Meldungen zu Nintendos nächster Konsole geben wird!

 Autor:
Thomas Theiler 
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