Nintendo enthüllt den Revolution-Controller

News vom 16-09-05
Uhrzeit: 8:54
Vermutlich gab es in den letzten Monaten zu keinem Thema mehr (häufig schwachsinnige) Gerüchte als zu Nintendos Revolution-Controller: Verweigerte sich Nintendo doch, auf der E3 im Mai 2005 so wie Sony und Microsoft das neue Eingabegerät zu zeigen. Dazu noch einige sehr kryptische Interviews, der durchaus selbstbewusste Projektname "Revolution" für die neue Konsole und schon war ein Hype generiert, den Nintendo eigentlich kaum noch erfüllen konnte. Oder?
 
Auf einer Ansprache im Vorfeld der Tokyo Game Show in Japan ließ Nintendo-Präsident Satoru Iwata die Katze nun endlich aus dem Sack und präsentierte den neuen Controller der anwesenden Presse. Und um es vorweg zu sagen: Nintendo hat an etwas völlig Neuartigem gearbeitet.
 
Hielt man bis dato Controller immer mit beiden Händen ist schon dies ab sofort anders: Der neue Revolution-Controller wird nur noch mit einer Hand gehalten und ähnelt auf dem ersten Blick eigentlich einer kleinen Fernbedienung. Auf der Unterseite des Controllers verbirgt sich ein B-Knopf, der sofort an den Z-Trigger des Nintendo 64 erinnert und mit dem Zeigefinger bedient wird. Auf der Oberseite des Controllers finden sich greifbar für den Daumen wahlweise ein A-Knopf oder ein Steuerkreuz. Darunter platziert wurden die bekannten Start- und Select-Tasten - nun noch um einen Home-Knopf ergänzt, der vermutlich direkt in das Menü von Revolution führen wird. Auf der Unterseite des Controllers warten darüber hinaus noch zwei Tasten, die bis dato entweder mit "a" und "b" oder X und Y gekennzeichnet wurden. Diese sind, hält man den Controller wie in den meisten Bildern, kaum zu erreichen. Dreht man den Controller allerdings in eine waagrechte Position kann man ihn praktisch wie ein NES-Gamepad nutzen: Steuerkreuz links, zwei Front-Buttons auf der rechten Seite.
Schließlich finden sich ganz unten noch vier beleuchtete LED-Anzeigen, die euch stets wissen lassen, welchen Controller ihr gerade verwendet - denn dies können bis zu vier gleichzeitig sein. Natürlich ist der Revolution Controller kabellos, bis dato benötigt er wie schon der Wavebird Batterien. Dies kann sich allerdings noch ändern, wie auch die Button-Bezeichnungen. Außerdem ist eine Rumble-Funktion fest in den Controller integriert. Mit dem Ein/Aus-Schalter oben links lässt sich diesmal die Konsole wie schon bei Xbox 360 auch aus der Distanz ein- und auch wieder ausschalten.
 
GameCube - "Nintendo Revolution Controller"-Screenshot
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GameCube - "Nintendo Revolution Controller"-Screenshot
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GameCube - "Nintendo Revolution Controller"-Screenshot
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GameCube - "Nintendo Revolution Controller"-Screenshot
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Soweit so seltsam - doch das wahre Geheimnis ist noch gar nicht sichtbar. Denn mittels zwei Sensoren, die man am TV platzieren muss, kann der Revolution-Controller sämtliche Bewegungen registrieren und an die Spiele weitergeben. Dies funktioniert selbstverständlich weit perfekter als bisherige Lösungen, wie man sie beispielsweise von Yoshi's Universal Gravitation vom Game Boy Advance kennt. Egal in welche Richtung ihr den Controller bewegt, schwenkt, dreht, schwingt... diese haptischen Befehle können 1:1 in die Spiele umgesetzt werden! So ist es beispielsweise denkbar, den Controller wie eine Lightgun zu verwenden. Nintendo demonstrierte dies leider noch nicht anhand von echten Spielen, sondern zeigte ein paar Technik-Demos, über die wir im Laufe des Tages noch im Detail berichten werden.
 
GameCube - "Nintendo Revolution Controller"-Screenshot
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GameCube - "Nintendo Revolution Controller"-Screenshot
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GameCube - "Nintendo Revolution Controller"-Screenshot
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"Wo ist der Analogstick?" werden nun sicher einige rufen - gibt es doch bei den bekannten Controllern gleich derer zwei. Nun, einen kleinen Port an der Unterseite des Revolution-Controllers haben wir euch noch verschwiegen: Hier lassen sich beliebige Erweiterungen einstecken. Schließlich habt ihr ja bis jetzt noch immer eure linke Hand frei. So wird der Controller zusammen mit einem Analogstick-Griff für die linke Hand erscheinen, an dem zusätzlich zwei Schultertasten (Z1 und Z2) angebracht sind. Diese Erweiterung ist über ein kleines Kabel mit dem eigentlichen Controller verbunden - ihr habt weiterhin völlige Bewegungsfreiheit mit beiden Händen und seid nicht wie bisher an ein Pad "gefesselt". Weitere Erweiterungen für den Controller wird es geben - hier haben die Entwickler völlig freie Hand, innovative Zusatzfunktionen zu ihren Spielen zu kreieren, die man an den Controller anstecken kann.
 
Nun, es ist deutlich, dass Nintendo einen anderen Weg geht als die bisherigen Mitbewerber. Das zeigt auch das schicke Design, das so beinahe von Apple stammen könnte. Dabei scheinen schwarz und weiß die neuen Primärfarben zu werden, alles wirkt sehr aufgeräumt und wenig verspielt. Die Ergonomie soll nicht darunter leiden, so erste Erfahrungsberichte aus Japan.
 
GameCube - "Nintendo Revolution Controller"-Screenshot
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Ob der neue Controller auch im Einsatz die tatsächliche Revolution ist, als der er von Nintendo angepriesen wird, muss sich zeigen. Wie werden sich Spiele steuern, die eine manuelle Kameraführung benötigen? Wie präzise funktioniert die Eingabe in allen Spielen? Lassen sich herkömmliche, beliebte Spiele überhaupt noch vernünftig umsetzen oder erwartet uns hier eine Konsole, die neben einer völlig neuen Eingabe auch völlig neue Spielkonzepte voraussetzt?
Diese Fragen können wir vermutlich erst klären, wenn sich Nintendo entscheidet, auch die ersten Spiele zu präsentieren. Und dann sind da noch weitere Details zu Revolution wie die System-Spezifikationen, über die sich das Unternehmen weiterhin beharrlich ausschweigt.
 
Ein neuer Weg wurde jedenfalls eingeschlagen - wir sind gespannt, wie konsequent und mit welchen Spielideen Nintendo und auch die Drittanbieter diesen verfolgen werden. Wir freuen uns jedenfalls auf eine spannende nächste Konsolengeneration, die vor uns liegt, und halten euch auch weiterhin am laufenden!
 
 

 Autor:
Thomas Theiler 
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