E3: Iwata im Interview mit der Seattle Post!

News vom 20-05-05
Uhrzeit: 23:37
Todd Bishop von der Seattle Post hatte das Vergnügen, ein Interview mit Satoru Iwata - seines Zeichens Präsident von Nintendo Co. Limited - zu führen, das Thema war einmal mehr Nintendo Revolution:
 
Alle drei Konsolenhersteller, sie eingeschlossen, haben ihre Pläne für die nächste Konsolengeneration enthüllt. Wie schätzen sie Nintendos Chancen mit Revolution ein? 
 
In erster Linie verfolgen Sony und Microsoft den gleichen Ansatz für die Zukunft, indem sie für ihre Konsolen leistungsstärkere und fortgeschrittenere Technik verwenden. Nintendo wählt einen leicht anderen Ansatz und ich denke, dass ist ein interessanter Kontrast.
Natürlich tragen wir den technischen Fortschritten Rechnung. Aber wenn man diese Fortschritte nur dazu benutzt, die Verarbeitungskraft zu erhöhen, erhöht man im Gegenzug auch den Stromverbrauch, macht die Maschine teurer und macht die Herstellung von Spielen teurer. Wenn ich das Resultat dieses Tauschgeschäfts anschaue - was man gewinnt und was man verliert - glaub ich nicht, dass es gut ist. Nintendo verwendet die Vorteile von fortgeschrittener Technologie, aber verwendet sie dazu, unsere Maschinen effizienter, leiser und schneller startend zu machen. Und wir entwickeln ein nie dagewesenes User Interface. Ich denke, diese Art des Denkens ist der grösste Unterschied.
 
Welche Strategie wird sich durchsetzen?
 
Das werden die Kunden entscheiden. Was Nintendo tun wird, ist einfach versuchen unser Bestes zu geben, im Glauben dass unsere Strategie die Richtige ist.
 
Bill Gates hat kürzlich gesagt, dass er Nintendo eher als Akteur in einer Nische sieht, und Sony und Microsoft um die Position der Nummer 1 kämpfen. Was denken sie von der Charakterisierung?
 
Wenn wir über die Definition einer Nische oder eines Nischen Marktes sprechen, hab ich wirklich genau die gegenteilige Meinung. Die Zielgruppe der anderen Unternehmen  sind sehr beschränkt auf jene, die sich an High-Tech orientieren und Core Spieler. Sie können nicht über diese Population hinaus expandieren. Wir versuchen das breitest mögliche Publikum rund um die Welt einzufangen. (Er bringt das Beispiel von Nintendogs) In anderen Worten: Wir versuchen auch die Leute zu erreichen, welche bisher noch nicht zur spielenden Bevölkerung gehört haben. Wir denken nicht, dass für diese Art von Firma der Begriff "Nische" angemessen ist.
 
Welcher Art werden Spiele für Revolution sein?
 
Wird dürfen die Existenz der begeisterten Spiele Fans nicht vergessen - die Fans von Nintendo Spielen. Ich weiss, diese Nintendo Fans brennen nun darauf, neue Versionen von Mario, Zelda, Metroid und anderen zu spielen, und natürlich werden wird die Nachfrage dieser begeisterten Spiele Fans reagieren.
 
Zur gleichen Zeit, interessieren sich viele für Multiplayer Spiele, und wir sind bereit, durch Nintendo Wi-Fi Connection (Nintendos neuer Wireless Online Gaming Service) mehr aufregende Möglichkeiten zur Verfügung zu stellen, sodass Leute in abgelegenen Gebieten mit Revolution miteinander spielen können, als würden sie mit ihnen im gleichen Raum spielen.
 
Zudem haben wir wirklich das Gefühl, dass wir etwas sehr einzigartiges und verschiedenes im Vergleich zum heutigen Spielerlebnis kreieren müssen - etwas, das das Interesse derjenigen stimulieren kann, die heute keine Spiele spielen. ... Was Nintendo daher zu tun versucht, ist ein neues Interface und Leitmotiv zu erschaffen, das wirklich die Bedürfnisse der Non-Gamer adressieren kann.
 
Wenn sie über das neue Interface sprechen, meinen sie etwas auf dem Bildschirm oder in der Hand?
 
Bedauerlicherweise kann ich jetzt wirklich nichts dazu sagen, aber ich kann ihnen zumindest versichern, dass sie ihre Hände verwenden werden (lacht)
 
Microsoft wird als erster die neue Generation eröffnen mit dem Xbox 360 Launch irgendwann später dieses Jahr. Wie glauben sie, wird sich dies am Ende im Bezug auf die Marktanteile auswirken?
 
Wenn der erste immer den Markt gewinnen würde, hätte zum Beispiel die Dreamcast das Rennen gegen die PlayStation 2 machen müssen. Es gibt viele Präzedenzfälle wie diesen in der Vergangenheit. Der Erste auf dem Markt ist nicht zwingend der Gewinner im Rennen.
 
Aber wir können es uns nicht leisten, zu spät zu kommen. Das ist ein sehr wichtiger Punkt. Zurzeit behalten wir vieles geheim, aber ich glaube zum Jahresende ist es wirklich notwendig, dem weltweiten Publikum zu enthüllen, was sich hinter unseren mysteriösen Vorschlägen genau verbirgt. Anderenfalls würden wir in einer komplett anderen Position landen.
 
Sie haben diese Woche eine Überraschung enthüllt - der Game Boy Micro (Iwata nimmt einen Micro aus seiner Tasche - es läuft ein Musikvideo von der Cartridge und Sound klingt aus den angeschlossenen Kopfhörern). Was war die Inspiration für dieses Produkt?
 
Wir haben diverse Ansätze ausprobiert um zu sehen, wie klein wir den Game Boy machen können, um zu sehen, was für ein Design gut wäre. Wir haben mit horizontalen und vertikalen Bildschirmen experimentiert und ebenso mit verschiedenen Bildschirm Grössen. Als Resultat hatten wir nun einige Prototypen, aber wir wollten sehen, ob wir ihn noch kleiner bekommen. ... Wir dachten, wir sollten den ultimativen Game Boy machen. So haben wir ihn mit einem metallischen Gehäuse versehen, was ungewöhnlich für Nintendo ist, und wir haben ihn so klein wie möglich gemacht.
 
Die allgemeine Wahrnehmung ist, dass Nintendo ein jüngeres Publikum anspricht. Werden sie versuchen das miteinzubeziehen, es weiter auszubauen oder sich davon zu lösen, in der nächsten Konsolengeneration?
 
Eins vorweg: Ich hab mich nicht einmal dafür geschämt, dass Kinder Nintendo unterstützt haben. Ich bin stolz darauf. Kinder beurteilen Produkte basierend auf ihrem Instinkt. Jeder versucht die Instinkte der Leute anzusprechen, aber es ist nicht einfach. Das heisst jedoch nicht, dass wir Produkte nur für Kinder machen. Wir glauben, dass es interaktive Unterhaltung gibt, mit der auch jemand in seinen 60ern, 70ern und 80ern noch Spass haben kann - wir tun also verschiedene Dinge.
 

 Autor:
Thomas Theiler 
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