Reggie spricht über Marketing & Co!

News vom 08-11-04
Uhrzeit: 23:10
Wenn Reginald "Reggie" Fils-Aime über neue Anzeigenkampagnen und der Zukunft Nintendos spricht, hört man gerne zu. Der Vice President of Sales and Marketing hat ein Gespür für das, was die Leute hören wollen. Auf der E3 2004 hatte er es bewiesen: Mit seinem „kicking ass and taking names“-Spruch und einem unwiderstehlichen Resident-Evil-Blick hatte er die Aufmerksamkeit seiner Zuschauer für sich verbuchen können.

Auf einem vor kurzem stattgefundenem Presse-Event in Seattle sprach Reggie über Nintendos Marketingpläne, sowie weitere Punkten, die in der Zukunft eine Rolle spielen werden. Unsere Kollegen von Planet GameCube waren dabei und haben die wichtigsten Infos zusammengefasst.
 
 
Zu Beginn der Pressekonferenz verzichtete Reggie nicht auf das, was George Harrison (Senior Vice President Marketing and Corporate Communications, Nintendo of America) auf der E3-Pressekonferenz übernahm: harte Fakten mit Zahlen und dem üblichen “so schlecht liegen wir doch gar nicht”. Dass wieder der Game Boy Advance SP eine wichtige Rolle spielte, dürfte jedem klar sein: Nintendos Kleinster sei zwar nicht die einzige Konsole mit hohen Verkäufen, dafür jedoch der „heißeste“. Der SP habe zudem eine Verkaufssteigerung von über 70% erlebt, nachdem der Preis in den USA auf 79,99$ herabgesetzt wurde. Der GameCube wurde auch nicht vergessen: Das neue Paper Mario verkaufe sich blendend! Dass Reggie nicht vergas zu sagen, dass die Hoffnungen nun auf Metroid Prime 2 liegen, dürfte allen klar sein.

Zu Metroid Prime 2: Echoes erzählte Reggie dann doch mehr: Dass es zum Beispiel dazu eine aufwändig gemachte Werbung geben solle, was schwer sein dürfte, nachdem Teil Eins schon eine sehr coole spendiert bekommen hat. Die Werbung mit dem Titel „Iron Woman“ zeigt zu Beginn eine aufreizende blonde Frau, die eine Straße entlang geht und der nach und nach Metallteile zufliegen, die auf ihrem Körper haften bleiben. Was dann aus dieser Frau wird, könnt ihr euch sicherlich schon vorstellen. Nachdem Samus am Ende ihre Waffe zieht, schießt sie auf irgendetwas, das in der Ferne liegt und das Video endet dann letztendlich mit einigen In-Game-Szenen.

Dann ging Reggie über zum Nintendo DS. „Mario ist wie der Postmann – er liefert“, sagte er zur wichtigen Rolle des Launch-Titels Super Mario 64 DS. Sein Kontrahent Wario solle mit seiner neuen Mini-Game-Parade im ersten Quartal 2005 erscheinen. Auch zum DS sagte er ein paar Worte, was das Marketing betrifft: Wie wir schon berichtet haben, gibt Nintendo of America rund 40 Millionen US-Dollar für Werbung zum Dual Screen aus. Diese besteht aus umgangreicher Anzeigenwerbung in diversen Zeitschriften, sowie einer groß angelegten Kampagne in den Kinos und Fernsehern der Amerikaner. Dabei zeigte Nintendo auf der Veranstaltung eine neue, 60-sekündige Kino-Werbung zum DS, die den ganzen Dezember lang laufen wird und kräftig Kunden an Land ziehen soll: Ein junges Pärchen sitzt in einem netten Restaurant. Während der weibliche Part vor sich hinredet, schenkt der männliche seiner Freundin keiner Aufmerksamkeit, sondern schreibt mit seiner Gabel etwas in die Soße. Als die Kamera über seine Schulter blickt, kann man sehen, was er geschrieben hat: „Smack Talk!“ Szenenwechsel: eine junge Frau greift sich im selben Restaurant ihr gekühltes Getränk und schreibt mit ihren Finger auf das Glas. Die beiden schreiben sich anscheinend hin- und zurück, während die Freundin des jungen Mannes langsam die Geduld verliert, weil dieser ihr partout keine Aufmerksamkeit schenken möchte – wie denn auch, der notorische Fremdschreiber beschäftigt sich mit was ganz anderem, als mit ihrem wirren Gequatsche. Noch ein Szenenwechsel: Der Kellner in dem Restaurant schreibt etwas in den Zuckerguss, der auf einem Kuchen liegt. Als er diesen Kuchen in den Speisesaal bringt, enthüllt die Kamera, was er darauf geschrieben habt: „You’re both toast!“ Hier endet die Werbung, wie erwartet, ohne Szenen aus irgendwelchen Spielen. Die Techno-Musik, die während der ganzen Werbung im Hintergrund läuft, soll Ohrwurm-Charakter haben; kein Wunder, dass Reggie warnt, es würde ab jetzt den ganzen Tag im Ohr hängen bleiben, was exakt dem entspräche, was man erreichen wollte. Die Präsentation schloss er ab, in dem er sagte, dass GameStop und EB keine Vorbestellungen mehr zum DS annehmen würden. Der Grund sei einfach: Das Interesse, den DS schon am ersten Tag in den Händen zu halten, sei sehr groß, den Händlern somit unmöglich, alle beliefern zu können.

Nach dieser geballten Ladung Marketing, eröffnete Reggie eine Frage-Antwort-Runde, die durch einem unerwarteten Feueralarm unterbrochen wurde. Die Presse traf sich infolgedessen mit Reggie zu einem Plausch auf dem Parkplatz, wo man den Marketing-Profi mit Fragen bombardieren konnte. Unsere amerikanischen Kollegen haben die wichtigsten Aussagen festgehalten, die wir euch natürlich nicht vorenthalten möchten:
  • Nintendo hat nicht künstlich einen Lieferengpass erzeugt. Es wäre Reggie lieber, wenn Nintendo of America für jede Person, welche einen DS kaufen möchte, auch ein Exemplar verfügbar hätte. NoA verhandelt hartnäckig mit NCL über mehr Einheiten...
  • Wenn einige Hersteller schon zum Launch Spiele mit Wi-Fi-Fähigkeiten programmiert hätten, wäre das möglich gewesen, da der DS diese Fähigkeit von Haus aus besitzt. Leider hat jedoch kein Hersteller ein entsprechendes Spiel entwickelt. Zur Zeit denkt Nintendo über die Zukunft der Wi-Fi-Fähigkeiten nach; ob man zum Beispiel eine entsprechende Infastruktur den Herstellern vorgeben sollte.
  • Da Reggie früher bei MTV gearbeitet hatte, war es kein Problem für Nintendo, die Wildboyz für eine Werbung, die von den MTV-Leuten selbst produziert wurde, zu engagieren (wir berichteten). Er würde es sehr begrüßen, wenn man weitere Werbung dieser Art auf MTV machen könnte. Um andere Zielgruppen anzusprechen, wolle man natürlich wie schon zu SP-Zeiten Werbeanzeigen wie zum Beispiel in der Maxim schalten.
  • Reggies Hauptziel, was das Marketing angeht, ist, das Herz der 17-Jährigen für sich zu gewinnen. Er zielt insbesondere dieses Alter an, obwohl Nintendo auch Marketing bei den jüngeren sowie älteren macht. Der Grund sei die Tatsache, dass sich jeder gerne mit diesem Alter identifiziert – bevor und nachdem sie diesen erreicht haben. Reggie fügte hinzu, dass der GBA insbesondere die 14-jährigen anspricht, während der DS die 19-jährigen ansprechen wird.
  • Nintendo ist unzufrieden mit ihrer jetzigen Position als zweit- bzw. drittplatzierter.
  • Nintendo würde gerne die „Wireless-Karte“ auch im Konsolen-Sektor ausspielen.
  • Nintendo glaubt daran, dass Interfaces und Gameplay; nicht Grafiken die Industrie lenken werden.
  • Miyamoto und andere Game-Designer bei NCL arbeiten stets an der nächsten großen Franchise. Sie sind nicht nur damit zufrieden, alte Serien immer nur aufzuwärmen.
Mehr zu Reggie und Nintendo gibt es wie gewohnt bei uns...
 
Reginald "Reggie" Fils-Aime Bildergalerie

 Autor:
Khesrau B. 
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