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Sonic The Hedgehog - 15 Jahre im Dauerspurt

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Der wohl schnellste Igel der Welt feiert Geburtstag – den 15. mittlerweile. Zeit, einen Blick zurück zu werfen und uns die Wurzeln von Sonic The Hedgehog, SEGAs Maskottchen anzusehen. Denn ursprünglich war es gar nicht er, der die Firma bei ihrem Werdegang begleitete...

Ein neuer Held entsteht
Die Geschichte beginnt im Jahre 1990: Auf der einen Seite hüpft Klempner Mario auf dem NES bereits zum dritten Mal munter umher und bricht nebenbei auch noch so einige Verkaufsrekorde. Auf der anderen Seite steht Nintendos Erzrivale SEGA. Ihre 16-Bit Powermaschine Mega Drive (Genesis in Amerika) ist nun schon seit zwei Jahren auf dem Markt und findet vor allem bei den älteren Generationen viele Fans. Das damalige Maskottchen war Alex Kidd, ein affenartiger Junge mit großen Ohren und starker Faust, der von 1986 bis 1990 in fünf Spielen auftreten durfte. Gut verkauft hatten sich seine Titel aber nie und so konnte man die eigene Hardware auch nicht so recht an den Mann bringen – denn „Software sells Hardware“,
wie wir wissen. Hayao Nakayama, der damalige Geschäftsführer von SEGA Japan, handelte und gab seinen besten Designern den Auftrag, eine Spielfigur zu entwickeln, die sowohl für jung als auch alt ansprechend war, seine Firma personifizierte und das Zeug hatte, den Erfolgen von Mario gleich zu kommen – wenn nicht sogar zu übertreffen. Außerdem äußerte er den Programmierer bei Sega AM8 gegenüber den Wunsch, die Leistung der aktuellen Konsole voll unter Beweis zu stellen, indem das Spiel so schnell wie kein anderes zuvor sein sollte. Deshalb wurde der Name des zukünftigen Spielhelden bereits im Voraus auf Sonic Rocket festgelegt (engl. Sonic: Schall; Rocket: Rakete), welcher die angestrebte Geschwindigkeit schon im Namen hatte.

Auch wenn das Maskottchen noch gar nicht fest stand, werkelte das 15-köpfiges Entwicklerteam um Hauptprogrammierer Yuji Naka nun bereits eifrig an dem Titel, der natürlich so bald wie möglich erscheinen sollte. Als Dummys wurden frühe Designstudien verwendet, so zum Beispiel ein Gürteltier, ein Hund und auch ein Hase, der mit seinen lange Ohren Dinge aufheben und auf Gegner werfen konnte. Sie waren für Nakayama aber zu primitiv und ließen sich nicht wirklich mit einem schnellen Gameplay verbinden. Würde der Hase nämlich jedes Mal, wenn ihm ein Gegner über den Weg kommt, nach einem Wurfgegestand Ausschau halten, könnte die gewünschte Schnelligkeit nie erreicht werden.

Die Suche war fast aussichtslos und als nahezu alle schon verzweifelten, brachte ein gewisser Naoto Oshima, der auch schon für das Design beim Rollenspielhit Phantasy Star verantwortlich war, einen blauen Igel mit in die Runde. So blau wie das Logo SEGAs und mit roten Sneakers an den Füßen, mit denen Sonic Rocket mit Schallgeschwindigkeit laufen konnte. Und es kam noch besser: Mr. Oshima hatte sich Gedanken über die Trägheit der bisherigen Titel gemacht. Vorbildlich! So nutzte seine Kreation die Möglichkeit der Igel, sich einzurollen. Damit sollte Sonic Rocket nicht nur kleine Hügel hinauf- und hinabrollen, sondern im gerollten Zustand auch ganz einfach Gegner von der Bildfläche verbannen und unschädlich machen. Und das ganze natürlich rasend schnell!
 Autor:
Thomas Frank
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