GameCube » GameCube Features & Specials » The Legend of Zelda - Wie Legenden entstehen

The Legend of Zelda - Wie Legenden entstehen

-> Drucken -> kommentieren
Die Prinzessin geriet in den Bann des Spruchs, ehe der Zauberer nach seiner Tat leblos zusammenbrach. Daraufhin ließ der Prinz einen Altar für seine Schwester errichten und ordnete an, dass von nun an jedes weibliche Kind, welches in der königlichen Familie geboren werden sollte, den Namen Zelda tragen musste. Impa gab Link nach dem Ende der Erzählung ein vom besagten König beschriebenes Schriftstück und sechs Kristalle in die Hände. Das Schriftstück war zwar in der alten und verloren gegangenen Sprache geschrieben, aber Link konnte sie hören, als wenn das Schriftstück zu ihm gesprochen hätte. Dort stand geschrieben, dass es insgesamt drei Triforce Teile gäbe: Das Triforce der Kraft und der Weisheit befand sich schon in der Obhut des Königreiches, aber das Triforce des Mutes ließ der König aus Sorge verstecken, da die gebündelte Kraft aller drei Teile nur von einem Menschen reinen Herzens kontrolliert werden konnte und ihm war Zeit seines Lebens keine solche Person untergekommen. Sollte sich nun jemand als würdig erweisen, musste derjenige die Wächter der sechs Paläste besiegen und in jedem Palast eine Statue finden, in der je ein Kristall eingesetzt werden musste, damit sich am Ende der Weg zum letzten Palast und damit auch zum Triforce öffnete, das die Macht hatte, die Prinzessin aus dem Schlaf zu holen. 

Miyamotos Ideen sahen vor, dass Link in Anlehnung an das System der japanischen Konsolenrollenspiele nun durch Kämpfe an Erfahrungspunkte gewinnen sollte, die schließlich in einer Steigerung des Levels und der Verbesserung bestimmter Attribute mündeten. Kämpfe spielten eine übergeordnete Rolle, während die Rätsel in Anspruch und Quantität noch einmal minimalistischer als beim direkten Vorgänger ausfielen.  Auch für das RPG Genre so typische Elemente wie Zaubersprüche und Gespräche mit NPCs (Non-Playing Characters, hier in Form der Dorfbewohner), die einen weit höheren Anteil als beim Vorgänger ausmachten, fanden sich in den neuen Konzepten wieder. Die signifikanteste Änderung für den nüchternen Betrachter fand sich aber beim Wechsel der Perspektive: Die bekannte Vogelperspektive wurde auf die Oberweltkarte verbannt, auf der sich Link zwischen den einzelnen Gebieten hin und her bewegen konnte. Bei der Berührung eines (zufällig auftauchenden) Feindes, dem Betreten einer Stadt oder eines Palastes wechselte das Spiel dann in eine normale Seitenansicht, wie aus den Super Mario Spielen bekannt. Ähnlich wie bei diesen, verfügte Link nun auch über die Fähigkeit zu springen, wenngleich das Spiel niemals in den Bereich des Jump'n'Run Genres abdriftete. Selbst der endgültige Name des Spiels fiel aus dem Rahmen: In Japan als „The Legend of Zelda 2: Rinku no Bouken“ und damit als einziger Teil der Serie offiziell mit einer Zahl ausgestattet, verzichtete man im Rest der Welt mit „Zelda II: The Adventure of Link“ sogar auf das „The Legend of“ Anhängsel. Als das Spiel nach mehreren Verschiebungen, die laut Nintendo aber eher auf Engpässe bei der Chipproduktion zurückzuführen waren, am 14. Januar 1987 in Japan erschien, fiel das Echo der Fans des Vorgängers leicht enttäuscht aus. Man mag darüber streiten, ob die Veränderungen nicht vielleicht schon zu radikal waren oder die Erwartungen der Käufer durch falsche Vorstellungen in Enttäuschung mündete. Zelda II jedenfalls stellte einen grundsoliden Titel dar, der aber die großen Stärken des Vorgängers zu sehr außer acht ließ, wozu auch die Erkundung der Spielwelt gehörte, was bei Zelda II vor allem durch den ständigen Gegnerkontakt erheblich zäher vonstatten ging. Dabei sind die Auswirkungen des Titels bis heute in der Reihe zu spüren, sei es durch die stärkere Einbindung der NPCs, den Einbau von Magie oder kleinere Details wie den Städtenamen, die in Zelda II u.a. die Namen Rauru, Ruto, Saria, Mido, Nabooru und Darunia besaßen und dem einen oder anderen sicherlich bekannt vorkommen dürften… Miyamoto selbst sagte zu dem Titel einmal: „Es war meine ursprüngliche Idee, aber das eigentliche Spiel wurde von einem anderen Team entwickelt, nicht von jenen Personen, die das erste Spiel gemacht hatten. Verglichen mit The Legend of Zelda wurde Zelda II genau das, was wir zuerst wollten. Alle Spiele, die ich mache, werden normalerweise im Entwicklungsprozess besser, weil dann all die guten Ideen kommen, aber Zelda II ist da ein kleiner Fehlschlag.“ Nichts desto trotz verkaufte sich der Titel weltweit ganze 4,4 Millionen Mal.
 Autor:
Oliver Sautner
Features
Vom Kartenspiel zum Game Boy Theme
Wir wurden zum Eröffnungstag der Sonderausstellung im Landesmuseum Koblenz eingeladen. Warum es sich lohnt, der Ausstellung einen Besuch abzustatten, erfahrt ihr in unserem Bericht.
Feature lesen
Sonic The Hedgehog - 15 Jahre im Dauerspurt Theme
Teil 1 - Segas Überschalligel feiert Geburtstag! In unserem Special zum Jubiläum werfen wir einen ausführlichen Blick auf die letzten 15 Jahre mit Sonic the Hedgehog!
Feature lesen