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The Legend of Zelda - Wie Legenden entstehen

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Jedoch befand sich mit Eiji Aonuma ein Mitarbeiter im Team, der die Engine lieber für ein völlig neues Zelda Spiel nutzen wollte, da er die vielen nicht aufgegriffenen Konzepte, die während der Mammutentwicklung von Ocarina of Time anfielen, unbedingt aufgreifen wollte. Also bat er Miyamoto um die Erlaubnis, ein gänzlich neues Zelda in Angriff nehmen zu dürfen. Da dieser sehr von Aonumas Fähigkeiten überzeugt war, schließlich hatte er ihn selbst ins Team von OoT als einen der vier Directors berufen, gab Miyamoto grünes Licht für „Zelda: Gaiden“ (Gaiden kann man als „Nebenhandlung“ übersetzen). Darüber hinaus ernannte er Aonuma zum Main-Director des Nachfolgers von OoT. Erst jetzt wurde diesem bewusst, welche Bürde er sich da eigentlich auferlegt hatte und er verbrachte zunächst einmal einige Zeit mit seinem Team, um mit einem neuen Konzept auftrumpfen zu können. Der ursprüngliche Plan sah vor, dass Link in ein Apokalypse ähnliches Szenario geraten sollte, für dessen Vereitelung ihm ein ganzes Jahr Zeit blieb (selbstverständlich nicht in Echtzeit!). Man kam jedoch schnell zu der Ansicht, dass mit einem 365-Tage Zyklus keine allzu gute Geschichte zu erzählen war und sprach stattdessen über eine Dauer von lediglich drei Tagen. Die anschließenden Überlegungen, wieviel der Spieler in einer so kurzen Zeit erleben könnte, führten schließlich zur Idee des Zeitreisens. Ähnlich wie im Film „Und täglich grüßt das Murmeltier“ könnte der Spieler nach dem Verstreichen des letzten Tages ja einfach wieder zum ersten Tag zurückreisen, dabei aber die wichtigsten Items, die zum erfolgreichen Spielabschluss nötig wären, behalten.

Die daraus resultierende Geschichte schloss direkt an die Ereignisse von OoT an und erzählte davon, wie Link (diesmal nur als Kind) zusammen mit der treuen Epona nach seiner Fee Navy suchte, die nach dem Ende der Ereignisse des Vorgängers verschwand. In einem vernebelten Waldstück wurde er plötzlich von einer bizarren Gestalt mit dem Namen „Horror-Kid“ überfallen, die eine seltsame Maske vor dem Gesicht trug und sich Epona sowie die Okarina der Zeit unter den Nagel riss. Bei der Verfolgung landete Link schließlich in einer Höhle und wurde vom Horror-Kid in einen harmlosen Deku verwandelt, eine wandelnde Pflanze. Während dieser Geschehnisse kam es zur Trennung zwischen dem Horror-Kid und einer seiner beiden Feen-Begleiter, der Fee Taya, die fortan die frühere Funktion Navys übernimmt. Noch bedeutender ist aber der Ort, an dem Link sich unwissentlich begeben hat, denn die Höhle führte geradewegs zum Eingang in eine eigene Welt, in der altbekannte Gesichter aus Hyrule mit ganz neuen Persönlichkeiten warteten. Vor den Toren der Hauptstadt dieses Landes namens Termina traf er den aus OoT bekannten Maskenhändler wieder, für den das Reisen zwischen diesen beiden Welten anscheinend nichts neues war und Link mit einer schrecklichen Tatsache bekannt machte: Die titelgebende Maske namens „Majora“, die auf dem Antlitz des Horror-Kids thronte, stammte eigentlich aus seinem Privatbesitz und wurde vor langer Zeit von einem fragwürdigen Hexenkult erschaffen. Nachdem das Horror-Kid gewaltsam an die Maske gekommen war und sich diese aufgesetzt hatte, ergriff die Maske Besitz von dessen Körper und veränderte den Charakter vollständig. Daraufhin veränderte das Horror-Kid den Kurs des Mondes, so dass dieser nun nach drei Tagen auf diese Welt aufschlagen und alles Leben auslöschen würde. Dass diese Katastrophe ausgerechnet zum Eröffnungstag des so genannten Karnevals der Zeit drohte, machte die Situation auch nicht besser. Jetzt half nur noch die Anrufung der vier Schutzgötter dieser Welt.

Bei OoT ging es nach Miyamotos Worten darum, ein besonders luxuriöses Zelda zu kreieren, während bei MM die Verfeinerung des Spiels an sich im Vordergrund stand. Deswegen konnte Link als Beispiel auch auf Epona reiten, obwohl er diesmal nicht als Erwachsener auftrat. Im Vorgänger war ihm dies nur als Erwachsener vergönnt. Miyamoto selbst hielt sich während der Entwicklungsarbeiten am Spiel sehr zurück – so soll er gerade einmal zu 20% an Majoras Mask beteiligt gewesen sein, im Gegensatz zu den über 60% bei OoT.
 Autor:
Oliver Sautner
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