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Motoi Sakuraba - Till the End of Time

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Motoi Sakuraba gehört zu den gefragtesten und produktivsten Videogamesoundtrack Komponisten dieser Tage. Kaum ein anderer war in so kurzer Zeit in vergleichbar zahlreichen Projekten involviert. Ein Grund von vielen, dem Maestro (dessen Schaffen sich nicht nur auf Videospielmusikstücke beschränkt, aber dazu später mehr) ein ausführliches Special zu widmen. Eine eingehende Würdigung des Künstlers und seiner Werke findet ihr im folgenden Artikel.

Motoi Sakuraba, ein Name, der bislang bloß in eingeschworenen Gamemusic Fankreisen und in der japanischen Progressive Rock Szene einschlägig bekannt war, beginnt sich langsam aber sicher zu einer bekannten Marke vom Format eines Nobuo Uematsu (sorgte ca. 15 Jahre lang für den guten Ton in der Final Fantasy Reihe) oder Koji Kondo (Nintendos Haus-und-Hof Komponist) zu entwickeln. Dabei ist der Tastenvirtuose bereits seit gut 20 Jahren profilierter Musiker, die Videogame Branche bereichert er nicht weniger als 16 Jahre mit seinen Kompositionen, rund 80 Games wurden mit seinen Musikstücken untermalt, er darf auf eine bunte Discographie zurückblicken, die in der Branche nahezu beispiellos ist.  

Musikalischer Werdegang
Jahrgang 1965, wird Motoi Sakuraba in Akita, Japan, geboren. Schon früh entdeckt er seine Liebe für die Musik, 1985 graduiert er im Alter von 20 Jahren an der Meiji University in Tokio, und gründet dort am "Progressive Rock Club" zusammen mit seinen Studienkollegen Genta Kudoh und Tetsuya Nagatsuma die Prog Rock Band "Deja-Vu". Die drei treten auf diversen Konzerten live auf und veröffentlichen 1988 schließlich ihr erstes (und einziges) Album "Baroque in the Future", welches 1998 mit zwei Bonustracks wiederveröffentlicht wird. Der ungewöhnliche Stil, die Kombination von Rock und Klassik, garniert mit Jazz-Einflüssen, das Zusammenspiel von Klavier, Keyboards, sowie Bass und Schlagzeug, ist prägend für Sakurabas weiteres künstlerisches Schaffen, auch heute noch finden sich diese Einflüsse in vielen seiner Werke (z.B. Star Ocean 3 und Baten Kaitos). Nach einigen Änderungen in der Bandbesetzung löst sich die Gruppe 1989 während der Arbeiten an einem zweiten Album wegen Unstimmigkeiten zwischen den Bandmitgliedern auf. 1990 veröffentlicht Sakuraba sein erstes Soloalbum, "Gikyokuonsou", welches stilistisch zwar noch an sein Erstlingswerk "Baroque" angelehnt ist, jedoch schon vermehrt lautmalerische, soundtrackartige Züge zeigt. Es dominiert weniger klassischer progressiver Rock in Reinkultur, vielmehr arbeitet Sakuraba am Aufbau von Atmosphäre, ein erster Schritt hin zur Programmmusik, zur Erzeugung von Bildern im Kopf. Der aufmerksame Hörer kann hier einige stilistische Elemente und teilweise sogar melodische Anklänge aktueller Stücke Sakurabas wiedererkennen. Der Vollständigkeit halber seien noch seine Gastauftritte in japanischen Prog Rock Kuriositäten  wie "Pazzo Fanfano di Music" und "King's Boards" erwähnt.
 Autor:
Alfred Fank
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