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Interview - Axel Herr

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Axel Herr stand uns nach der Pressekonferenz im Weserstadion in Bremen Rede und Antwort. Was der Chef von Nintendo Deutschland uns alles über die momentane Marktsituation und Marketing-Kampagnen zu erzählen hatte, was wir zu Weihnachten erwarten dürfen und wie er das neue Mario Kart findet; lest ihr in den folgenden Zeilen. Wir wünschen an dieser Stelle viel Spaß beim Lesen!
Die von Gaming-Universe gestellten Fragen sind jeweils fett markiert, während die Antworten von Axel Herr mit "AH" bezeichnet sind.

Kommen wir doch gleich zum Marketing, darum ging es ja heute. Vor dem Gamecube-Launch hat man Nintendo ja immer ein wenig für ihre Zurückhaltung in diesem Bereich kritisiert, doch dann folgten Kooperationen mit MTV, The Dome und jetzt auch mit dem DFB. Wird Nintendo da in Zukunft aggressiver vorgehen?
AH: Wir haben in der Vergangenheit probiert, das Thema Zielgruppe über ein spezielles Alter oder eine spezielle Aktivität zu definieren, so das wir z.B. sagen, der Gamecube oder der GBA SP ist so alt und danach richten wir uns. Wir sind aber inzwischen der Meinung, dass diese Sichtweise nicht ganz richtig ist. Die Leute verhalten sich heute nicht mehr nach Altersmustern: Da gibt es den 14-jährigen Rollerblader und es gibt den 50-jährigen Rollerblader. Das heißt die Leute gliedern sich ja eher nach dem Freizeitmuster und weniger über spezielle Altersmerkmale und der Ansatz Produkte gezielt älter oder gezielt jünger zu machen ist nicht der richtige. Wir müssen das Produkt den Leuten zugänglich machen und dort bewerben wo wir die größte Wahrscheinlichkeit sehen, dass sie es toll finden. Und der Erfolg ist letzten Endes bestimmt durch Leute wie euch und auch ganz klar meist durch Mundpropaganda. Wir werden also "etwas ehrlicher", gehen dahin wo wir immer waren und gehen auf die Kunden zu -deswegen auch die Kooperation mit dem DFB.

Nintendo hat ja noch immer dieses Kiddy-Image, was noch aus der N64 Zeit kommt, als die Konsole stark vom Erfolg von Pokémon profitierte. Auch die Zielgruppe von 11-17 Jahren spricht dafür. Sony und Microsoft zielen zwar auf Ältere ab, greifen aber auf Grund ihres "coolen" Images auch jüngere Spieler mit ab. Wie geht man bei Nintendo damit um?
AH: Wir sind in diesem Bereich schon immer zu Hause und stehen in Konkurrenz zu unseren "Kollegen" Microsoft, dem führenden Softwarekonzern und zu Sony, dem führenden Elektronikkonzern und bald auch zu Nokia, dem führenden Kommunikationskonzern. Also alle wollen zu uns in den Markt. Das ist eine tolle Situation und wir sehen natürlich Abschmelzungseffekte, d.h. Kinder werden früher erwachsen. Unsere Konkurrenten sehen natürlich bei uns Potential und es wandern auch Kunden weg, weil sie ein anderes Produkt einfach cooler finden. Auf der anderen Seite waren wir schon immer bei den Kleinen groß. Wir sind der Meinung, wir müssen uns darauf besinnen, denn da sind unsere Stärken. Wir zeigen den Leuten unsere Produkte, die schon immer unsere Fans waren und dann schauen wir weiter, wer es denn noch gut findet und das sich das Ganze selbst entwickelt.

 Autor:
Martin Eiser
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