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Der Maler bei Nintendo - Shigeru Miyamoto

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Stressige Zeiten
Kurz vor dem Release des N64 im Sommer 1996 in Japan, machte der PR Sprecher von NCL eine recht besorgniserregende Bemerkung, als er sich über Miyamotos Gesundheitszustand Sorgen machte, da dieser einfach keine Zeit zum Ausruhen zu finden schien. Und die folgenden Jahre versprachen keinesfalls eine Besserung der Situation: Yamauchi beschloss im Jahre 2000 eine Umstrukturierung, nach der kein Spiel mehr länger als gut ein Jahr in der Entwicklung sein sollte. Miyamoto dagegen sollte sich nun noch intensiver um die Projekte der anderen Nintendo Teams kümmern und als eine Art Universalüberwacher fungieren. Wirklich kritisch wurde diese Angelegenheit dann um den Launch des GameCubes im September 2001 herum: Miyamoto klagte nun über wiederkehrende Herzschmerzen. Aber an Entlastung war nicht zu denken, weswegen sich der Mario-Vater mit sportlichen Aktivitäten, wie Schwimmen und Fahrrad fahren, beschäftigte, die ihm nach eigenen Aussagen die Möglichkeit gaben, den Stress zu bewältigen. Doch auch die Softwareprodukte selbst hatten unter den fehlenden Einfluss Miyamotos zu Leiden und mit Super Mario Sunshine, The Legend of Zelda: The Wind Waker und Mario Kart: Double Dash!! kamen gleich drei EAD Schwergewichtler in der Reihe auf dem Markt, die ihre extrem hohen Erwartungen nicht mehr erfüllen konnten und für einige Diskussionen in der Nintendo Fangemeinde sorgen sollten. So konnte es auch aus der Sicht des neuen NCL Präsidenten, Satoru Iwata, nicht mehr weitergehen und deswegen ordnete er Ende 2003 und Anfang 2005 endlich erneute Umstrukturierungen an: Gleich eine ganz neue Abteilung sollte nun die Qualitätskontrolle übernehmen und damit Miyamoto diese zeitaufwändige Arbeit abnehmen. Ferner wurden frühere Gamedirektoren zu Producern ernannt, deren Teams alle unter dem Label von EAD vereint und Miyamoto zusammen mit Tezuka (als General Producer) an die Spitze gestellt. Der Erfolg zeigte sich sofort, als Miyamoto Pikmin 2 noch vier zusätzliche Monate Entwicklungszeit gewährte und der Titel endlich wieder den Feinschliff und Flair vergangener Tage besaß. Inzwischen wurden auch der frühe Release von Wind Waker als deutlicher Fehler eingestuft (was nicht zuletzt an der deutlichen Verschiebung von Twilight Princess zu erkennen ist).
 
Noch so viel zu tun
Zwei Dinge waren und sind für Shigeru Miyamoto das oberste Gut: Seine Familie (und damit sein Privatleben) und sein Schaffen bei Nintendo. Im Privatleben hat er sich inzwischen neuen Aufgaben zugewandt, da seine Tochter und sein Sohn nun ihren eigenen Lebensweg gehen werden. Dafür hat Shigeru jetzt mehr Zeit für seine Hobbys, wie der Arbeit im Garten (bei der ihm die Idee zu Pikmin kam), oder das Training seines Hundes (dreimal dürft ihr raten…). Auch seinem Gitarrenspiel kann sich der Superstar jetzt wieder mehr zuwenden und sogar eine kleine Band wurde inzwischen gegründet, in der Yasuko Miyamoto als Leadsängerin fungiert. Ob EAD auch an dieser Idee dran ist, liegt leider im Bereich des Spekulativen.
 
In Miyamotos Tätigkeit bei Nintendo, scheinen vor allem zwei Dinge einen wichtigen Platz eingenommen zu haben: Da wäre zunächst einmal das Vorhaben, Menschen, die bisher nichts mit Videospielen am Hut hatten, in diese Welt einzuführen. Der Erfolg von Nintendogs wird Miyamoto noch einmal in dieser großen Aufgabe bestärkt haben und nicht ohne Stolz erzählte der Japaner gerade kürzlich davon, dass selbst seine Eltern zum NDS greifen würden, seitdem Nintendo die Brain Games veröffentlicht hätte. Doch die so genannten „Non-Games“ sind nur der eine Weg um vollkommen unerfahrene Leute ansprechen zu können. Viele Menschen sind alleine schon durch die komplexe Steuerung oder gar dem Look eines Controllers dem Videospielen abgeneigt und genau in diesem Punkt hat sich Miyamoto seine Gedanken gemacht und erneut an der Konzeption eines Nintendo Controllers gearbeitet. Das Ergebnis ist uns allen seit September 2005 bekannt und wenn die dazugehörige Software liefert, was man aus dem Hause Nintendo gewohnt ist und nun erwartet wird, wird diese Rechnung auch aufgehen und könnte auch schnell die Ängste einiger Spieler beseitigen die im Glauben sind, dass eine einfachere Steuerung mit simpleren Spielen gleichzusetzen wäre. Gerade Miyamoto hat diese Befürchtung in der Vergangenheit schon mehr als einmal widerlegt.
 Autor:
Oliver Sautner
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