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Der Maler bei Nintendo - Shigeru Miyamoto

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Fragt man jemanden nach der Popgruppe mit dem größten Einfluss auf die Musikwelt, wird mit Sicherheit der Name „The Beatles“ am häufigsten genannt werden. Fantasy Fans hingegen werden auf die Frage nach ihrem Vorbild ohne Zweifel immer wieder "J.R.R. Tolkien" nennen. Und wahre Cineasten werden ihrerseits wohl kaum an dem Namen "Orson Welles" vorbei kommen können.
 
Glücklicherweise können wird diesen angesprochenen Personenkreis auf praktisch jeden Bereich und jede Branche ausweiten: Menschen, die durch ihr Engagement, ihre Leidenschaft und ihren Willen einen eigenständigen Weg zu gehen, die Welt für immer verändert haben und auf deren kreatives Fundament Generationen von späteren Menschen aufbauen können.
 
Die ersten Abschnitte dieses Features behandeln den chronologischen Werdegang des wohl größten Spieledesigners unserer Zeit, während der zweite Teil einige Punkte zur Verdeutlichung der Person betrachtet. Wir werden am Ende aber natürlich nicht ohne den obligatorischen Ausblick auskommen können. Glücklicherweise muss man sagen.
 
Es war einmal…
Shigeru Miyamoto kam am 16. November 1952 als einziges Kind zweier Lehrer zur Welt und wuchs den größten Teil seiner Jugend in Sonebe auf, einer kleinen, ländlichen Nachbarstadt Kyotos. Schon als kleiner Knirps waren für ihn die Nachmittage nach der Schule ein unschätzbares Gut, denn in dieser Zeit wanderte er für gewöhnlich, wenn er nicht gerade Baseball spielte, durch seinen Heimarort und erforschte jeden Platz und Winkel, den er entdecken konnte. Dazu lud Sonebe auch reichlich mit seinen Gräsern überzogenen Hügeln, den weiten Reisfeldern und den von Bäumen umrandeten Seen ein. Nur vom Haus eines bestimmten Nachbarn hielt er sich nach einer schreckhaften Erfahrung mit dessen Hund lieber fern, bei der er nur durch die Eisenkette gerettet wurde, mit der dieser Hund festgebunden worden war (dieses Erlebnis sollte später zur Kreation von "Bow-Wow" führen, einem kugelförmigen Hund aus dem Mario Universum). Gleichzeitig wuchs Miyamoto genau zu jener Zeit auf, als Osamu Tezuka, der sogenannte "Gott der Mangas", die Welt der Comics in Japan revolutionierte (bzw. schon fast neu erfand), was Miyamoto in Folge dessen dazu inspirierte, selbst mit dem Zeichnen anzufangen. Am Abend lud er dann oft auch seine Freunde zu sich nach Hause ein, um ihnen mit einer kleinen Puppenshow eine Freude zu machen.
 
In dieser Zeit machte er eine seiner wichtigsten Erfahrungen: Bei einem seiner Streifzüge durch die Natur entdeckte der kleine Shigeru eines Tages den Eingang einer Höhle. Doch die Angst hielt ihn zunächst davon ab, diese zu betreten oder gar zu erkunden. Also kam er immer wieder zu diesem Platz zurück, bis er schließlich genug Mut aufbringen konnte, die Höhle zu betreten. Dazu bastelte er sich eine kleine Laterne und bemerkte recht bald, dass diese kleine Hohle in weitere Höhlen mündete, eine Tatsache, die er niemals erfahren hätte, wäre es ihm nicht gelungen, seinen ganzen Mut zusammen zu nehmen.
 
In den ersten Jahren seines Lebens wuchs Miyamoto fast gänzlich ohne moderne Technik auf: So besaß die Familie weder einen Fernseher, noch ein Automobil, sodass die monatlichen Ausflüge ins benachbarte Kyoto jedes Mal ein ganz besonderes Erlebnis waren. Im Kino der Stadt schaute er sich vor allem Disney Filme wie Peter Pan und Schneewittchen an, die ihm wiederum beim Zeichnen inspirierten. Schließlich zog die Familie von Sonebe nach Kyoto um, auch weil Miyamotos Mutter es als wichtig empfand, dass ihr älter gewordener Sohn in Kontakt mit der immer technisierter werdenden Welt treten sollte, eine Entscheidung, die sich als sehr weitsichtig herausstellen sollte.
 
Miyamotos Begeisterung für Cartoons verleitete ihn nun dazu, mit seinen Freunden einen eigenen Club zu gründen. Da natürlich keiner der Clubmitglieder die Möglichkeit hatte, einen eigenen Trickfilm herzustellen, wurden während dieser Zeit, neben den üblichen Comics, unzählige Daumenkinos gezeichnet. In dieser Zeit sollte Miyamoto schließlich auch den ersten Kontakt mit dem Medium der Videospiele machen, als er auf einen Automaten Namens „Western Gun“ traf, in dem sich zwei Cowboys duellierten, die zwischen einigen Kakteen hin- und herliefen. Miyamoto war begeistert über die Möglichkeit, dass Leute nun quasi die Gelegenheit hätten, selbst in die Rollen von Cartoon Figuren zu schlüpfen und diese steuern zu können. Weniger angetan war er von den meisten Inhalten der Spiele, die auf ihn einfach nur grob und uncharmant wirkten.
 Autor:
Oliver Sautner
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